Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Gertrud Fussenegger setzt sich in ihrem Lebensbericht bis 1948 mit den ersten 36 Jahren ihres Lebens auseinander und analysiert in selbsterlebten Episoden die widersprüchlichen Ideen, die ihre Generation berührten und zu den Irrtümern und Niederlagen des Dritten Reiches führten. Die Geografie ihres Lebens ist nichts Zufälliges, sie verknüpft die Elemente eines Werdegangs, der genauso eng in die Geschichte dieser Jahre verwoben ist. Dieses Buch legt seinem Leser zweierlei Texte vor: Der erste, umfangreichere, erschien 1979 unter dem vielleicht nicht mehr leicht verständlichen Titel "Ein Spiegelbild mit Feuersäule". Die Autorin hat nun den Text behutsam gestrafft, um ihn dann in einem letzten großen Kapitel bis fast in die jüngste Zeit fortzuführen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.07.2008
Einen ambivalenten Eindruck haben Gertrud Fusseneggers neu aufgelegte Erinnerungen (1912-1948) bei Kristina Maidt-Zinke hinterlassen. Ein zentraler Punkt ist für die Rezensentin die zweifelhafte Rolle der österreichischen Schriftstellerin während des Dritten Reichs. Zwar konstatiert sie Reue und Neubesinnung im Romanwerk der Autorin nach 1945. Aber sie hält ihr vor, in den Erinnerungen dunkle Punkte wie ihre Parteimitgliedschaft oder ihre Hitler-Lobhudeleien einfach auszulassen. Dennoch findet Maidt-Zinke diesen Teil der Autobiografie höchst instruktiv. Sie sieht die Autorin von Widersprüchen zwischen Selbstanklage und -verklärung, Beichte und Predigt, "emotionsloser Faktizität" und "pathetischer Ungenauigkeit" geprägt. Fusseneggers rückblickende Regimekritik scheint ihr recht oberflächlich und vor allem von einem "Abscheu gegen Äußerlichkeiten" getragen. Geradezu "erschreckend" ist nach Ansicht von Maid-Zinke die Kühle, mit der die keineswegs antisemitische Schriftstellerin auf das Verschwinden oder die Ermordung von jüdischen Freunden reagiert. Ihr Fazit: "eine Fundgrube für Mentalitätsforscher".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2008
Interessiert hat Walter Hinck diese Erinnerungen der österreichischen Schriftstellerin Gertrud Fussenegger gelesen. Der Titel unterstreicht für ihn zwei Aspekte: "Bilanz zu ziehen, aber sich auch zu rechtfertigen". Im Blick auf den zweiten Aspekt erinnert er daran, dass die Autorin Texte im "Völkischen Beobachter" veröffentlicht und Hitler zeitweise in Gedichten gehuldigt hatte. Demgegenüber lesen sich Fusseneggers Nachkriegsromane für ihn wie "Zeugnisse anhaltender Buße". Die strenge katholische Erziehung der Autorin und ihr demokratiefeindliches, nationalistisches Elternhaus einerseits und die enge Freundschaft mit einer jüdischen Mitschülerin markieren für den Rezensenten das Spannungsfeld für die "widersprüchliche Entwicklung" der jungen Fussenegger. Es bleibt für ihn allerdings ein "stark irrationaler Rest", der ihre Anfälligkeit für die nationalsozialistische Ideologie erklärbar macht. Die Sprache dieser Erinnerungen scheint ihm einfach und ironiefrei, aber auch lebendig. "Lesenswert" scheint Hinck der Band durch seine "Bekenntnisse" und als "Exempelgeschichte für die Verführung und die Irrtümer eines immer zur 'Gläubigkeit' bereiten Menschen."
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








