Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Stefan Lehr
Ein fast vergessener Osteinsatz
Deutsche Archivare im Generalgouvernement und im Reichskommissariat Ukraine.
Klappentext
Im zweiten Weltkrieg leiteten deutsche Statsarchivare die polnischen und ukrainischen Archive. Zu welchen Zwecken nutzten sie die Kontrolle über das fremde Archivgut? Vollzogen sie einen selbstlosen Schutz der fremden Archivalien, wie sie es selbst nach dem Krieg glaubhaft machen wollten, oder verfolgten sie vornehmlich "deutsche" Interessen? Die Studie fragt nach dem Verhalten der Archivare, ihrem Verhältnis zur NSDAP und ihren Verstrickungen in die NS-Politik sowie der Politisierung der Archivarbeit. Speziell untersucht sie die Verlagerung von Archivbeständen in das Deutsche Reich und das Schicksal von "Deutschtums-" und "Judenarchivalien". Betrachtet werden nicht nur die grundlegenden Entwicklungen im preußischen, sondern auch im polnischen und ukrainischen Archivwesen. Anhand der persönlichen Korrespondenzen und der Entnazifizierungsverfahren werden schließlich Bedeutung und Selbstwahrnehmung des "Osteinsatzes" in der Nachkriegszeit analysiert.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2008
Sehr interessiert hat Hans Jochen Pretsch die Studie von Stefan Lehr über den Einsatz deutscher Archivare in den besetzen Ostgebieten Polen und der Ukraine gelesen, die er nicht zuletzt deshalb verdienstvoll findet, weil sich selbst diese dem Gedächtnis auf besondere Art verbundenen Behörden mit einem Rückblick auf die eigene NS-Vergangenheit schwer tun, wie er weiß. Bewundernd stellt er die Akribie und den Detailreichtum heraus, mit denen Lehr die Geschichte der preußischen Archivverwaltung in Polen im Ersten Weltkrieg, vergleichende Archivgeschichte von Preußen, Polen und der Ukraine zwischen den Kriegen und die weitere Entwicklung im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit nachzeichnet. Als besonders reizvoll gefiel dem Rezensenten, dass neben Behördenakten auch aus privaten Aufzeichnungen deutscher Archivare zitiert wird. Auch wenn Pretsch zugibt, dass es um die Lesbarkeit der Studie nicht immer zum besten steht und es einige Redundanzen auszuhalten gilt, sieht er darin den Wert dieser breit angelegten Untersuchung nicht merklich gemindert.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








