Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Matthias Hirth

Angenehm

Erziehungsroman einer Künstlichen Intelligenz

Cover: Angenehm

Blumenbar Verlag, München 2007
ISBN-10 3936738300
ISBN-13 9783936738308
Gebunden, 592 Seiten, 22,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Auf einer tunesischen Ferieninsel lernt ein junger Schriftsteller den Jesuiten Joseph Kuklinsky kennen. Dieser stellt sich als Mitglied einer Ethikkommission vor und verwickelt den jungen Mann in teils philosophische, teils seltsam indiskrete Gespräche. Nach kurzer Zeit bietet er ihm an, für einen hohen Geldbetrag Geschichten zu schreiben, über deren Inhalt er frei entscheiden kann. Die einzige Hilfestellung: Erklären Sie jemandem den Menschen, der den Menschen nicht kennt. Bald stellt sich heraus, dass Kuklinskys Vorhaben von einem internationalen Software-Konzern finanziert wird und Teil eines groß angelegten Projekts zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz ist.
Der Name des Projekts lautet KIND (Key Intentional Net Debutant). Die Texte, die im Zuge der sonderbaren Freundschaft der beiden entstehen, dienen als Übungswelten - ein Pendant zur genetischen Vororganisation des menschlichen Gehirns. Die erwachende Künstliche Intelligenz soll so in die Lage versetzt werden, eine eigene Erlebnisfähigkeit zu entwickeln. In dem jungen Mann regt sich Widerstand gegen ein Projekt, dessen Charakter er nicht durchschaut und das er mit immer extremeren Geschichten zu beeinflussen versucht...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.02.2008

Durchaus interessiert zeigt sich Verena Mayer an Andreas Hirths Roman um einen Softwarekonzern, der an einem Wesen mit künstlicher Intelligenz arbeitet, genannt KIND, dessen Bestimmung es ist, allen Menschen ein angenehmer Freund zu sein. Vor allem die Geschichten des zufällig zum Entwickler-Team gestoßenen Ich-Erzählers, die die ersten Informationen für KIND enthalten, hat sie mit Gewinn gelesen. Wer einen Science-Fiction-Roman erwartet, wird ihres Erachtens freilich enttäuscht werden. Das Buch ist in ihren Augen eher ein umfangreicher Wissenschaftsroman, in dem es kaum Handlung gibt, die Figuren nicht sehr ausgefeilt sind, dafür aber permanent über Technik, Kunst, Religion, Mathematik und Philosophie diskutieren. Mayer hat beim Lesen mehr und mehr den Eindruck, einen langen Wikipedia-Eintrag zum Thema Künstliche Intelligenz vor sich zu haben. Dabei hat sie eine Menge über das Thema gelernt und fühlt sich "geistig erfrischt" nach der Lektüre. Allerdings weiß sie nicht so recht, was sie letztlich mit dem Buch anfangen soll, zumal die ganzen Exkurse weder für das künstliche Wesen noch für den Ich-Erzähler irgendwelche Konsequenzen haben.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2007

Von der Idee her faszinierend, von der Ausführung bemüht. So ungefähr lautet das kurz formulierte Verdikt in Alexander Müllers Kritik dieses Romans über Künstliche Intelligenz. Immerhin bescheinigt Müller dem Autor aber, den Forschungsstand verschiedener Disziplinen in Sachen Künstlicher Intelligenz recht gut präsent zu haben. So lässt sich der Roman vielleicht als Einführung lesen? Die besseren Romane zum Thema haben nach Müller allerdings Stanislaw Lem, Philip K. Dick und Neal Stephenson geschrieben.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren