Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Petra Hulova

Kurzer Abriss meines Lebens in der mongolischen Steppe

Roman

Cover: Kurzer Abriss meines Lebens in der mongolischen Steppe

Luchterhand Literaturverlag, München 2007
ISBN-10 3630621279
ISBN-13 9783630621272
Taschenbuch, 302 Seiten, 9,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Tschechischen von Christa Rothmeier. Kürzlich in der mongolischen Steppe: Dzaja ist keine reine Mongolin und deshalb nicht recht anerkannt im Nomaden-Clan. Außerdem ist sie nur ein Mädchen. Als sie volljährig ist, geht Dzaja in die Stadt, um ihr Glück zu finden. Doch bald erkennt sie, dass sie in der Stadt das Mädchen aus der Steppe ist, eine Fremde. Berührend, bilderreich und gleichzeitig lakonisch schildern erst Dzaja, dann ihre Mutter und später Dzajas Tochter scheinbar ganz alltägliche Begebenheiten. Von der Rechtlosigkeit der Frauen in der Steppe, von der Sinnlichkeit und Farbigkeit des Nomadendaseins und von der Beliebigkeit und Kälte städtischer Kultur, die aber auch Freiheit bietet. Am Ende muss jede der drei Frauen für sich ihren ganz eigenen Weg finden und auf etwas verzichten, was eigentlich unverzichtbar ist: Auf das Alte zugunsten des Neuen. Oder auf die Freiheit zugunsten der Sinnlichkeit.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.12.2007

Sehr beeindruckt ist Rezensentin Insa Wilke von diesem "reichen und eigensinnigen" Debütroman der tschechischen Schriftstellerin Petra Hulova, der sich im Vergleich mit der hiesigen Gegenwartsliteratur aus ihrer Sicht "angenehm unzeitgemäß" ausnimmt. Es geht, wie sie schreibt, um ein mongolisches Mädchen, das aus der Steppe in die Stadt gerät, wo sie Emanzipation sucht und Entfremdung findet. Besonders der irritierend naive Ton der Hauptfigur Dzaja, die herbe Poesie ihrer Erzählung, aber auch die Tatsache, dass hier keineswegs der alte Gegensatz von "entfremdetem Stadtleben und glücklicher Landidylle" wieder aufgewärmt wird, sondern sich die von der jungen Autorin "mit Bedacht geknüpften Lebensfäden" ihrer Figuren stattdessen in ein höchst komplexes Muster verwickeln, findet viel Anerkennung. Auch die Übersetzerin Christa Rothmeier wird für ihr feines Gehör gelobt, mit dem sie die Gratwanderung zwischen "blumiger Mündlichkeit" der Rede, Kitsch und Poesie bewältigt und in einen poetischen Realismus gebracht hat.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren