Manfred Schmitt

Gerechtigkeitserleben im wiedervereinigten Deutschland

Cover: Gerechtigkeitserleben im wiedervereinigten Deutschland
Leske und Budrich Verlag, Opladen 1999
ISBN 9783810021441
Broschiert, 352 Seiten, 30,17 EUR

Klappentext

Mittels theoretischer und empirischer Untersuchungen wird gezeigt, daß die ökonomische Schlechterstellung der neuen Länder Gerechtigkeitsprobleme aufwirft, die das individuelle Wohlbefinden und den sozialen Frieden im wiedervereinigten Deutschland gefährden. Der vorliegende Band versammelt Beiträge, in denen die Situation aus der Sicht psychologischer und soziologischer Theorien betrachtet und mit Befunden strukturgleicher empirischer Untersuchungen abgeglichen wird. Die Beiträge bestätigen das zu vermutende Konfliktpotential. Gleichzeitig wird die Wiedervereinigung als historisch einmalige Chance der grundlagenwissenschaftlichen Analyse gesellschaftlicher Transformationsprozesse genutzt. Die vorgelegten Analysen eröffnen Möglichkeiten der Politikberatung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.08.2000

"Eindrucksvoll bestätigt und niedergeschrieben" hätten Gerechtigkeitsforscher aus Ost und West den Befund einer Tagung, dass es in punkto Ungerechtigkeit die Ostdeutschen "besonders hart" getroffen habe. Liest man aber weiter, dann hört man nachträglich den Zynismus des Rezensenten Klaus Schroeder aus diesen Worte klingen. Für die Tagungsergebnisse hat er nämlich ebenso wenig Verständnis, wie für die Maßstäbe, mit denen diese Ergebnisse begründet sind. Ärgerlich geht er dann mit den meisten Beiträgen ins Gericht. Er fühlt sich von den "antiwestlichen Vorbehalten" an das SED-Zerrbild vom `Wolfsgesetz des Kapitalismus` erinnert und vermisst eine Hinterfragung der Gründe für die "erlebte Ungerechtigkeit", hinter der unser Kritiker manchmal schlicht Selbstgerechtigkeit vermutet. Außerdem hätte er gerne gelesen, dass es schließlich die Ostdeutschen gewesen wären, die wie die Westdeutschen hätten leben wollen und nicht umgekehrt. Ein Begriff wie "Gerechtigkeit" sei ungeeignet für die Beurteilung der deutschen Vereinigung, findet unser - sich ganz klar ungerecht behandelt fühlender - Westkritiker schließlich. Besonders, wenn Vorurteile "in wissenschaftlich unzulässiger Weise" bestätigt würden.
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