Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Die Chronik des Gettos Lodz / Litzmannstadtt

Fünf Bände

Cover: Die Chronik des Gettos Lodz / Litzmannstadtt

Wallstein Verlag, Göttingen 2007
ISBN-10 3892448345
ISBN-13 9783892448341
Gebunden, 2600 Seiten, 128,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Herausgegeben von Sascha Feuchert, Erwin Leibfried, Jörg Riecke und anderen. Zwischen 1940 und 1944 pferchten die Nationalsozialisten im besetzten Lodz (später umbenannt in Litzmannstadt) nahezu 200.000 Juden auf etwas mehr als vier Quadratkilometern zusammen. Zu den erschütterndsten Dokumenten aus dem Getto Litzmannstadt gehört die so genannte Getto-Chronik. Dieser rund 2000-seitige Text wurde seit 1941 auf Polnisch und Deutsch im Archiv der Verwaltung des "Judenältesten von Litzmannstadt-Getto" erstellt. Wie eine Zeitung, die sich aus Sicherheitsgründen einer internen Zensur unterwarf, verzeichnet die Chronik akribisch die Ereignisse im Getto, gibt Einblicke in die kursierenden Gerüchte und widmet selbst dem "Getto-Humor" eine eigene Rubrik. Mehr als 15 Mitarbeiter - überwiegend Journalisten und Schriftsteller - schrieben täglich an der Chronik.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.04.2008

Beeindruckt zeigt sich Jens-Jürgen Ventzki von der Chronik des Gettos Lodz, die das Leben und Sterben dort von 1941 bis 1944 eindringlich dokumentiert. Keiner, der sich ernsthaft für die Verfolgung und Vernichtung der Juden in den von den Deutschen besetzten polnischen Gebieten interessiert, wird seines Erachtens an diesem Werk vorbeikommen - schon wegen der Genauigkeit, des Umfangs und der Authentizität der Aufzeichnungen. Er würdigt den historischen Wert dieser Chronik, die er für das umfassendste und präziseste Dokument über die Lebensumstände in einem von den Nazis eingerichteten Getto hält. Mit hohem Lob bedenkt er die verdienstvolle Arbeit der Herausgeber, die eine vorbildliche philologische Edition der Chronik geschaffen haben.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.02.2008

Einen "Glücksfall" sieht Rezensent Hanno Loewy in dieser deutschen Ausgabe der Chronik des Gettos von Lodz, die in langwieriger Arbeit entstanden ist. Aus über 6000 Seiten Typoskripten ist sie entstanden, die verstreut über zahlreiche Archive in Polen, Israel und den USA lagen. Die von deutsch- und polnischsprachigen Journalisten und Schriftstellern verfasste, vom Oberhaupt des Judenrates Mordechai Chaim Rumkowski initiierte Chronik ist in seinen Augen ein Protokoll des langsamen Sterbens im Getto von Lodz. Die minutiöse Dokumentation des alltäglichen Lebens der Stadt vermittelt für ihn die "Illusion von Normalität", die sich sprachlich in Chiffren und Andeutungen, Floskeln und Euphemismen und diversen Codes niederschlägt. Loewy spricht hier von einer "Sprache der Mehrdeutigkeit, gesättigt durch zahlreiche autobiografische und literarische Quellen". Mit hohem Lob bedenkt er in diesem Zusammenhang die ausgezeichnete Kommentierung der Chronik.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007

Als "Meilenstein der Geschichtsschreibung zur Shoa" würdigt Andreas Platthaus diese erste vollständige Ausgabe der Chronik des Gettos von Lodz, die Sascha Feuchert, Erwin Leibfried und Jörg Riecke herausgegeben haben. Die vier Bände mit Aufzeichnungen sowie der fünfte Band mit Supplementen, Essays und Register bieten seines Erachtens einen einzigartigen Einblick in den Überlebenskampf der Menschen im Getto. Höchste Anerkennung zollt er auch der umfangreichen Kommentierung durch die Herausgeber. Ausführlich berichtet Platthaus über die Organisation des Gettos und den von der deutschen Gettoverwaltung eingesetzten Mordechai Chaim Rumokowski, der auch für das jüdische Archiv verantwortlich war, zu dessen Aufgaben die Führung einer Chronik gehörte. Die Aufzeichnungen der Chronisten vermitteln in seinen Augen ein überaus genaues Bild vom schrecklichen Elend der Menschen im Getto, dem Hunger, den grausamen Schikanen durch die Deutschen, den Deportationen. "In diesen Aufzeichnungen", hält Platthaus fest, "ist das Andenken von mehr als 160.000 Ermordeten aufgezeichnet".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren