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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Rudolf Burger

Im Namen der Geschichte

Vom Missbrauch der historischen Vernunft

Cover: Im Namen der Geschichte

zu Klampen Verlag, Springe 2007
ISBN-10 3866740158
ISBN-13 9783866740150
Gebunden, 127 Seiten, 14,00 EUR

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Klappentext

"Wie es eigentlich gewesen ist" - das klingt ganz unverfänglich! Bescheiden sollen nur die Fakten etabliert und der wirkliche Ablauf der Ereignisse gezeigt werden. Mit welcher Anmaßung ging dagegen die "große Erzählung" einher, wie gefährlich war die Geschichtsphilosophie mit ihrem totalitären Anspruch, Weg und Ziel der Geschichte zu kennen! Rudolf Burger zeigt, dass nach dem angeblichen "Ende der Geschichte" die eine große Erzählung nur durch die vielen großen Erzählungen ersetzt worden ist. Und wie einst die eine Geschichte, sind heute die vielen Geschichten der wahre geistige Fundus politischer Kämpfe: Alle historischen Begriffe, Theorien und Kategorien, so vermag Burger in seinen erkenntniskritischen Ausführungen zu zeigen, dienen der Legitimation und Delegitimation gegenwärtiger weltanschaulicher Positionen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.02.2008

Lutz Lichtenberger bewundert Eleganz und Klugheit, die aus diesem Band über das geschichtliche Denken von Rudolf Burger sprechen. Gern ist er dem Autor bei seiner Darlegung der Entwicklung des Geschichtsbegriffs gefolgt, wobei er Burgers Kritik am "ritualisierten Holocaust-Gedenken" keineswegs provokant, sondern bedenkenswert findet. Nach Burger wird die Geschichtsschreibung zumeist von moralischen und politischen Motiven gelenkt, wobei die Vergangenheit erst mit der Historiografie zur Geschichte wird, die sich damit aber als "Modus der Gegenwart" entpuppt, erklärt der Rezensent. Bei soviel Skepsis gegenüber der Geschichtsschreibung verwundert es den Rezensenten nur, dass Burger seine Argumente so unbekümmert mit den Werken anderer Historiker untermauert, aber das ist nur eine kleine Spitze des insgesamt angetan wirkenden Rezensenten.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007

Scharf wendet sich der Philosoph Rudolf Burger gegen ein Gegenwartsverständnis, das sich von antizipierten Zukünften das Handeln vorschreiben lässt. Insbesondere die Tendenz, die menschliche im Rahmen der globalklimatischen Naturgeschichte zu sehen, hält Burger dabei für einen "Missbrauch der historischen Vernunft". Aber auch die leichtfertige Verwendung nationalsozialistischer Verbrechen für die Produktion von Moralisierungsdruck fällt unter dieses Verdikt. Neu findet der Rezensent Michael Jeismann das alles nicht - und mutmaßt, dass auch Burger das recht schnell so sah, weshalb er den größeren Teil seines Buchs denn auch einer Darstellung der "Geschichte des historischen Denkens" widme. Die sei zwar auch nicht aufregend innovativ, aber durchaus "luzide". An dem Paradox, dass Burgers Vorschlag daraus hinausläuft, aus der Geschichte zu lernen, dass aus der Geschichte nichts zu lernen sei, ändere das aber wenig.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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