Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Seit Hans Küng 1957 sein erstes Buch geschrieben hat, versuchen die Mächtigen in der Kirche, ihren ebenso brillanten wie unbotmäßigen Theologen zu disziplinieren, zuletzt 1979 mit dem Entzug der Lehrerlaubnis. Küng ist Theologe, Christenmensch und Weltbürger, der sich den Herausforderungen der Zeit stellt. Er wird zu einem der meistgelesenen Theologen weltweit und zum "Gegenspieler" seines früheren Kollegen Joseph Ratzinger, jetzt Papst Benedikt XVI. Temperamentvoll und anschaulich schildert Küng, wie ihn die dramatischen Umbrüche in Kirche und Gesellschaft veränderten und warum er jenen Lebensweg ging, der ihn zum Pionier der Ökumene, zum Partner im interreligiösen Dialog, zum Hoffnungsträger für eine erneuerte Kirche gemacht hat.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.01.2008
Mit großem Interesse hat der hier rezensierende Hans Maier diesen zweiten Erinnerungsband des Theologen Hans Küng gelesen, in dem bei weitem nicht mehr der optimistische Ton des ersten Bandes herrscht, der noch vom Aufstieg des Vielversprechenden in der römischen Kirchenhierarchie handelte. Die "Umstrittene Wahrheit" beginnt in Tübingen, wo Küng nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil mit Karl Rahner, Joseph Ratzinger, Walter Kasper, Karl Lehmann und anderen eine "starke theologische Gruppe" bilden will. Doch 68 versetzt die Kirche in Schrecken, der Kurien-Apparat festigt sich wieder und die "nachkonziliare Reaktion" setzt ein. Der Reformer, der evangelische Katholik Küng hat wenig Chancen. Was den Rezensenten beeindruckt sind Küngs Intelligenz, Unbefangenheit und der Nachdruck, mit dem er Antworten auf seine Fragen einfordert. Sehr interessiert hat ihn aber natürlich auch das Verfahren vor der Glaubenskongregation. Hier bemerkt der Rezensent an, dass der Vatikan es sich selbst zuzuschreiben hat, dass dieses Verfahren nur aus der Sicht Hans Küngs nachzulesen ist, wenn er nicht die entsprechende Dokumente freigibt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.12.2007
Hans Küng legt den zweiten Band seiner Lebenserinnerungen vor und Rezensent Jan-Heiner Tück konstatiert, dass wohl noch nie ein Theologe derart hingebungsvoll sich selbst in den Mittelpunkt gestellt hat. Küng, dem wegen entschiedener Zweifel an Dogmen, wie der Unfehlbarkeit des Papstes oder Kritik am Zölibat 1979 die Lehrerlaubnis als Theologe entzogen wurde, stellt seinen Werdegang und parallel dazu den Joseph Ratzingers, seinem Antipoden und einstigen Kollegen in Tübingen, an den Anfang dieses Bandes seiner Memoiren und er macht diese Eröffnung nicht zur großen "Abrechnung", so der Rezensent angenehm überrascht. Anstrengend dagegen findet Tück die fortwährende "Selbststilisierung" als "Opfer" einer rückwärtsgewandten Katholischen Kirche und das beständige Pochen des Autors auf die großen Erfolge seiner kirchenkritischen Publikationen. Zudem das Einfordern einer zeitgemäßeren Theologie, wie Küng sie vertritt und die die "patristische und scholastische Theologie" unterschätzt und ihr allzu schlicht vorwirft, in einem mittelalterlichen Weltbild zu verharren, so der Rezensent ablehnend.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007
Eines, versichert der Rezensent Helmut Löhr, ist dieser zweite, mit mehr als 700 Seiten nicht gerade schmale Band der Erinnerungen von Hans Küng ganz gewiss nicht: langweilig. Vielleicht selbstgerecht, denn bei der Schilderungen all seiner Auseinandersetzungen mit der Amtskirche und ihren Vertretern findet Küng bis heute die Fehler in erster Linie bei den anderen. Und, ja, nachtragend sei der Autor womöglich auch: "Denn Küng bereut nichts, und er vergisst nichts." Den "Schauspieler" Wojtyla mag er nicht, des Papstes Jesus-Buch bekommt, auch ein wenig außer der chronologischen Reihe (eigentlich geht es nur um die Jahre 1968-1980), sein Fett weg. Aber Küng lobt auch, Karl Barth zum Beispiel. Der Rezensent macht kritische Anmerkungen, hält etwa Küngs theologische Ansätze auch nicht mehr für ganz taufrisch, kann aber nicht leugnen, dass er diese "rasant geschriebenen Erinnerungen" mit Vergnügen gelesen hat.
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