Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Über fünfzehn Jahre lang hat Ivan Ivanji in den 1970er und 1980er Jahren die Begegnungen von Josip Broz Tito und anderer führender jugoslawischer Politiker mit Staatsmännern des deutschsprachigen Raumes gedolmetscht. Auf diese Weise nahm der Schriftsteller in der Rolle des Übersetzers unmittelbar am historischen Zeitgeschehen teil. "Titos Dolmetscher" beschreibt Weltgeschichte, gesehen mit den Augen eines Literaten und Übersetzers.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.02.2008
Schwer enttäuscht zeigt sich Uwe Stolzmann von Ivan Ivanjis Erinnerungen an seine Zeit als Übersetzer für Tito. Der Romancier, der ganz nah dran war an Tito und seinen Gästen wie Brandt, Wehner, Genscher, Kohl, Kreisky, Ulbricht, Honecker, Mielke, hat zu Stolzmanns Bedauern die einzigartige Chance vertan, den ebenso charismatischen wie despotischen Gründungsvater des zweiten Jugoslawiens zu ergründen. Er hält Ivanji vor, kaum Gespür für die Situationen, für die Inszenierungen der Staatsmänner zu haben. Auch merkt er dem Buch an, dass der Autor nie Tagebuch geführt, keine Protokolle aufgehoben, nicht in Archiven recherchiert hat. Unangenehm berührt ihn Ivanjis Distanzlosigkeit zum Geschehen und sein Narzissmus. Man spürt nach Stolzmanns Empfinden, dass der Autor nicht "kühler Zeuge", sondern "Nutznießer des Systems und Rädchen im Getriebe" war. Über Tito hat er in dem Buch kaum etwas Interessantes erfahren, sondern vor allem "schale" Anekdoten, Gerüchten und Erinnerungsfetzen. Schließlich findet er das Buch auch formal nicht überzeugend, sprachlich ungelenk und von seinem Aufbau strukturlos.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.12.2007
Christian Jostmann hat mit dem Schriftsteller Ivan Ivanji in einem Wiener Cafe gesprochen und stellt nun dessen Buch vor, in dem Ivanji seine Erlebnisse als Dolmetscher Titos gesammelt hat. Als Dolmetscher war der Autor zugleich ganz nah dran und dennoch Außenstehender, wodurch sich der besondere und nicht selten "süffisante" Blick auf die Zeit und ihre Protagonisten ergibt, findet der Rezensent. Ivanji sei kraft seines Jobs vielen großen Politikern seiner Zeit begegnet, habe sogar einmal mit Erich Mielke "Bruderschaft" trinken müssen, berichtet der Rezensent, dem es aber mindestens genauso wichtig ist, den Autor als Schriftsteller vorzustellen. Ivanji, im Banat dreisprachig aufgewachsen, wurde 1944 nach Auschwitz und Buchenwald deportiert, seine Eltern ermordet, erklärt der Rezensent. Der Autor habe ein umfangreiches, beachtenswertes Oeuvre von Romanen, Erzählungen, Essays und Gedichten geschaffen und das Dolmetschen lediglich als Nebentätigkeit betrieben, betont Jostmann.
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Uangenehm plausibel
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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