Aus dem Englischen von Susanne Hagemann. Zwischen Heimatbewusstsein und Patriotismus: Celia Applegate untersucht am Beispiel der Pfalz das spannende Verhältnis von regionaler und nationaler Identität. Die amerikanische Historikerin beschreibt anschaulich, welchen Wandel diese mächtigen Ideen während des 19. und 20. Jahrhunderts erlebten. Mit einer vielfachen neuen Sichtweise leistet das Buch einen wichtigen Beitrag zur Geschichte nicht nur des Landes, das durch das Hambacher Fest von 1832 ein Symbol für staatliche Einheit und demokratische Freiheit setzte. Die wegweisende Studie ist zuerst an der Universität Berkeley in Kalifornien erschienen und liegt nun endlich in deutscher Übersetzung vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2007
Eine ausgezeichnete Arbeit über Geschichte und Selbstverständnis der Pfalz sieht Rezensent Rudolf Morsey in diesem Buch von Celia Applegate, Professorin für europäische Geschichte an der Universität in Rochester. Eingehend berichtet er über die Besonderheiten dieses Territoriums, das von 1816 bis 1945 zu Bayern gehörte und von der französischen Besatzungsmacht 1946 in das Land Rheinland-Pfalz integriert wurde, und hebt dabei vor allem das regional-patriotisch geprägte Heimatbewusstsein des Landstrichs hervor, das ab 1933 von der NS-Ideologie überlagert wurde. Er attestiert der Autorin, die "geistige Struktur" und das "kulturelle Erbe" der Pfalz klar und deutlich herauszuarbeiten, ja ihr "in die Seele" zu schauen. Mit Lob bedenkt er auch die exzellente Übersetzung des Buchs von Susanne Hagemann.
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