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Klappentext
3 CDs mit 184 Minuten Laufzeit. Als die Murnau-Monografin, Buchautorin (Fritz Lang) und Filmkritikerin Lotte Eisner in ihrer Zuflucht Paris schwer erkrankt, entscheidet sich Werner Herzog zu Fuß von München nach Paris zu gehen, im tiefen Glauben ihren Tod verhindern zu können. Auf diesem Gewaltmarsch im November 1974 entsteht sein Tagebuch "Vom Gehen im Eis". Werner Herzog beschreibt auf seinem langen Weg, der bis an die Grenzen seiner Belastbarkeit führt, Menschen, Landschaft und Dinge, die oft bedeutungslos erscheinen.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.11.2007
"Nah und dringlich" wie nie beim Selberlesen vor 33 Jahren klingt Werner Herzogs, von ihm nun selbst eingelesenes Buch in den Ohren von Rezensent Konrad Heidkamp. Der Unterschied ist für den Rezensenten so frappierend, dass er Herzogs Lesung glaubwürdiger als das Buch selber findet - was auch mit der hypnotischen Wirkung zusammenhängt, die Herzogs mühsames Hochdeutsch auf den Rezensenten hat. Es geht um einen zweiundzwanzigtägigen Fußmarsch des damals zweiunddreißigjährigen Regisseurs von München zur todkranken deutsch-jüdischen Filmhistorikerin Lotte Eisner nach Paris. Die Beschreibungen der Landschaft klingen für Heidkamp wie der Entwurf einer inneren Landschaft, das Vertrautwerden mit dem Fremden, als das Herzog das eigene Land damals wohl erscheint. Als Versuch, ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der Naziherrschaft Deutschland durchs Gehen wiederzufinden, Anknüpfung an eine vertriebene Filmkunst zu suchen. Das macht den Text für Heidkamp dann auch zu einem Manifest des Neuen Deutschen Films.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007
Sehr eingenommen ist Martin Z. Schröder für die Hörbuchversion von Werner Herzogs Reisetagebuch "Vom Gehen auf Eis". Er unterstreicht die starke, unmittelbare Wirkung, die Herzogs Lesung dem Bericht über seine beschwerliche Fußreise von München nach Paris verleiht. Der Regisseur hatte nach Angaben Schröders diese Reise im November 1974 unternommen, um die schwer kranke Filmkritikerin Lotte Eisner zu besuchen, weil er vom Gedanken besessen war, Eisner würde nicht sterben, käme er zu Fuß. Gespannt folgt Schröder dem Vortrag dem Herzogs, der erzählt wie er sich frierend, durchnässt und von den Dörflern beargwöhnt durch einsame Landschaften geschleppt habe und zunehmend der Einsamkeit verfallen sei. Dabei gefällt Schröder besonders die "weiche dunkle" Stimme Herzogs, die für ihn erstaunlich "jung" klingt und die auch die "schön anmutende Naivität des Textes" trage. Auch das spezielle Hochdeutsch des aus dem Süden stammenden Regisseurs scheint ihm ganz wunderbar, ein Lokalkolorit das einfach "freundlich" auf ihn wirkt. Außerdem schätzt er die gute Produktion des Hörbuchs und den beigefügten Text, Herzogs Rede anlässlich der Verleihung des Helmut-Käutner-Preises an Eisner.
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