Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Mit zahlreichen Abbildungen. In diesem Buch wird der Versuch unternommen, Michelangelos enormes Werk wirklich umfassend in Wort und Bild vorzustellen. Das geschieht in einem biografischen, üppig bebilderten Hauptteil sowie in vier ebenfalls reich illustrierten Katalogen mit vollständigen analytischen Verzeichnissen seiner Skulpturen (44 Werke), Gemälde (7 Werke, Sixtinische Decke und Jüngstes Gericht mit eingeschlossen), Bauten (16 Werke) und Zeichnungen (535 Werke). Eine vergleichbare Vollständigkeit und Systematik in der Präsentation und kritischen Aufarbeitung von Michelangelos Gesamtwerk hat es bislang nicht gegeben.
Die Publikation berücksichtigt in einem bislang nicht gekannten Maße auch Michelangelos Lebensverhältnisse, namentlich seine Einsamkeit, seine Gier nach Geld und Aufträgen, seinen Geiz, seinen immensen Reichtum und sein Geschick als Immobilieninvestor. Gegenstand des Buches ist auch die kontroverse Frage der Zuschreibung der Michelangelo-Zeichnungen. Diese Kontroverse ist bis heute von Interessen des Marktes und der großen Sammlungen bestimmt. Das Buch stellt eine neue Grundlage für zukünftige Debatten dar.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.12.2007
Dieser gewichtige Prachtband über das Werk Michelangelos bringt Arno Widmann physisch offenbar an seine Grenzen, lässt ihn aber geradezu haltlos jubeln. Anders als der Titel behauptet handelt es sich nicht um das Gesamtwerk Michelangelos, weil dessen Gedichte nicht enthalten sind, meint der Rezensent spitzfindig, das bleibt allerdings der einzige Einwand des ansonsten restlos begeisterten Rezensenten. Der Band biete nicht nur bis dahin nie gesehene Details und überzeuge mit Vollständigkeit und Genauigkeit, preist Widmann, die Autoren Thomas Pöpping, Christof Thoenes und Frank Zöllner zeichneten auch akribisch und gut lesbar den Forschungsstand mit allen Zuschreibungsdebatten und abweichenden Meinungen nach. Damit befähigen sie ihre Leser zum selbstständigen Vergleichen und Abwägen, freut sich der Rezensent, der diesen Band als großes Glück für interessierte Leser feiert.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.12.2007
Rezensent Horst Bredekamp feiert dieses gewichtige Buch, das aus seiner Sicht einen Paradigmenwechsel in der Michelangelo-Forschung dokumentiert. Mutig findet er, wie Herausgeber Frank Zöllner mit diesem Band gängige Dogmen über den "vielleicht einflussreichsten Künstler der Neuzeit" in Frage stellt. Grundlegend findet der Rezensent Christof Thoenes' Neuinterpretation der Architektur des Künstlers und "sensationell" den Aufsatz von Thomas Pöpper, in dem viele der vermeintlichen Michelangelo-Zeichnungen anderen Künstlern zugeschrieben werden - womit Pöpper die Arbeit des Schweizer Kunsthistorikers Alexander Perrig bestätige, den er allerdings nur selten zitiere, und den Besitzern der Michelangelo fälschlich zugeschriebenen Arbeiten ordentlich den Spaß verderbe. Allerdings erscheint dem Rezensenten Pöppers Einordnung der Bilder auch nicht an allen Stellen nachvollziebar. Begeistert ist er aber in jedem Fall, auch von der "verschwenderischen" Aufmachung des Bandes, der Qualität der Reproduktionen und den dort "sichtbaren Feinheiten".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.11.2007
Dieser Bildband mit dem Gesamtwerk von Michelangelo könnte beim Leser und Betrachter Schmerzen verursachen, warnt Holger Liebs. Der über 750 Seiten starke Band mit seinen etwa 9 Kilo erfordere in der Handhabung nicht allein eine gewisse Leidensbereitschaft. Da etliche Zuschreibungen gerade bei den Zeichnungen des Renaissance-Künstlers von den Kunsthistorikern Frank Zöllner, Christof Thoenes und Thomas Pöppers mit überzeugenden Argumenten zurückgenommen würden, dürfte wohl so mancher Museumsdirektor Grund zur Trauer haben, erklärt der Rezensent. Er bestaunt gebührend die vielen Detailaufnahmen von Michelangelos Skulpturen sowie Fresken und verspricht, dass man selten so genaue Blicke auf Michelangelos Kunst geworfen haben dürfte. Sehr zufrieden ist er auch mit der Präsentation der Kunstwerke durch die Autoren, die ihn durch ihr fundiertes Wissen erfreuen und deren Argumente für neue Zu- beziehungsweise Abschreibungen von Zeichnungen er als sehr überzeugend lobt. Der Band wird damit in der Kunstgeschichte Zündstoff bieten, vermutet Liebs, dem interessierten Laien aber entfaltet sich der ganze Michelangelo-Horizont - vorausgesetzt, er kriegt das schwergewichtige Buch gestemmt.
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