Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier. Elizabeth Bowen schreibt oft über Männer, die nicht wissen, was ihre Frauen fühlen, oder über Liebhaber, die eine Frau zwar besitzen, aber nicht kennen wollen. Ihre Heldinnen sind häufig leidenschaftlich, egoistisch und schwierig. Umgebungen bilden Stimmungen ab: "Das Haus wirkte wie in ewigem Januar: Sonnigere Jahreszeiten prallten an seinem Gemäuer ab." Elizabeth Bowens Geschichten sind dramatisch und verstörend, ihr Stil ist, nach Meinung ihrer Biographen, derart perfekt, dass es unmöglich ist, ihn zu imitieren: "Sie betrachtete Julian und wünschte, er wäre eine Uhr. Auch wenn sie gewollt hätte, hätte sie nicht sehr tief in ihn hineinschauen können; sie war in jeder Hinsicht kurzsichtig."
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.08.2008
Dass der Neuausgabe von sechs Romanen nun auch noch ein Band mit ausgewählten Kurzgeschichten der fast vergessenen Elizabeth Bowen folgt, kann Claudio Gutteck nur begrüßen. Er charakterisiert die 1899 geborene irische Schriftstellerin als "Geistesverwandte" Jane Austens und findet ihre Short Stories gleichermaßen anrührend tantenhaft wie abgründig. Irritierend ist es für den Rezensenten, dass in den ereignisarmen Geschichten mit ihren "poetischen Details" zu "ecrufarbenen Spitzenblusen" oder "Marabufedern" der Sinn der Handlung, die Motivation der Figuren und der Ausgang des Geschehens zumeist im Dunkeln bleibt, doch immerhin erkennt der Rezensent, dass es der Autorin nicht um die glänzende Oberfläche, sondern um das "Innere", das Eigentliche geht. Unter Aussparung alles Hässlichen oder Indezenten entwickelt sich die "diabolische" Spannung dieser Texte, wie beispielsweise in der Geschichte "Sommernacht", die vordergründig eine Amour fou einer verheirateten jungen Frau schildert, die aber ausgerechnet in der "unpoetischen Nacht des Weltkriegs" stattfindet, so Gutteck fasziniert.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2007
Für eine "große Autorin" hält Rezensentin Daniela Strigl die anglo-irische Schriftstellerin Elizabeth Bowen. Die nun in einem Band versammelten Erzählungen hält sie für einen gut geeigneten Einstieg für alle Anfänger. Einerseits seien sie durchaus typisch, denn in aller Regel gehe es bei Bowen um unaufgeregt geschilderte Schicksale wohlhabender Upperclass-Bürger. Regelmäßig stellt sich in den Erzählungen Bowens dann aber heraus, dass hinter der Fassade der Anständigkeit überhaupt nichts in Ordnung ist. Ein wenig ungewöhnlich sei andererseits aber die Auswahl der Geschichten - denn die hier in der Mehrzahl der Short Stories anzutreffende "Tendenz zu aufmüpfigen Charakteren, zu Veränderung und zum emotionalen Ausbruch" sei sonst nicht unbedingt Bowens Art.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.11.2007
Ausgesprochen freudig begrüßt Rezensent Thomas David diesen Band mit Erzählungen, unter denen es seinen Informationen zufolge auch einige Erstveröffentlichungen gibt. Das Meisterhafte dieser Texte besteht für ihn in den, mit "präzisem Kalkül" inszenierten Situationen, und der Flüchtigkeit und Leichtigkeit, mit der sie dann stets geschildert und ausgearbeitet sind. Gemeinsam ist den Erzählungen aus Davids Sicht außerdem, wie darin der "rauhe Stoff es Lebens" zu "kostbaren Miniaturen" verarbeitet wird, deren Protagonisten im Glanz ihrer Erfahrung auf ihn manchmal geradezu erhaben wirken. Auch Auswahl und Übersetzung werden als "fabelhaft" sehr gelobt.
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Archiv: Bücherschauen
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09.02.2012: Großes Ereignis: Peter Nadas' Jahrhundertroman "Parallelgeschichten" liegt vor und beendet damit das Sandkastenspiel der bürgerlichen Literatur. Die Zeit ist überwältigt. Auch Christian Krachts Roman "Imperium" über den Begründer eines Kokusnussreichs kommt bei ihr sehr gut an. Die FAZ liest Hanna Kralls Erinnerungen "Rosa Straußenfedern". Die NZZ lernt in Bernd Stieglers "Belichtete Augen" alles über die Wunder der Optografie. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







