Churchill dachte über den Tod britisch-kühl: "Ich bin bereit, meinen Schöpfer zu treffen; ob Gott allerdings vorbereitet ist, mich zu treffen, ist eine andere Frage." Als es dann fast so weit war, fand er "alles so langweilig". Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. gab sich kämpferisch: "Tod! Ick graule mir nich vor dir!" Einstein meinte, er habe seine "Sache hier getan". Und während er vom Balkon in den Tod sprang, rief der Schriftsteller Egon Friedell den Nazi-Gaffern zu: "Vorsicht, bitte!" Von Marlene Dietrich bis Che Guevara, von Karl May bis van Gogh - in kurzweiligen und erhellenden Porträts beschreibt Hans Halter das Leben berühmter (und weniger berühmter) Persönlichkeiten und zeigt zugleich, dass die letzten Worte eines Menschen oft ein ganzes Leben auf den Punkt bringen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.11.2007
Mit seiner Sammlung letzter Aussprüche berühmter Sterbender geht Hans Halter seiner These nach, dass sich in den letzten Worten auch das Leben und der Charakter der Sterbenden spiegelt, erklärt Rezensent Christian Meurer. Bemerkenswert findet er nicht nur, dass der Autor mit seinem Kompendium die starken "Niveauunterschiede" letzter Worte herausstellt. Durch die alphabetische Ordnung würden zugleich so unterschiedliche Personen wie Holger Meins, Jürgen Möllemann, Mohammed und Marilyn Monroe direkt nebeneinander gestellt, was die viel beschworene Gleichmacherei des Todes eindrücklich vor Augen stelle, lobt der Rezensent. Ebenfalls Anerkennung erhält Halter für seine unmissverständliche Klarstellung von Goethes letzten Worten. Einzig, dass der Autor nicht auch den Umgang der Nachwelt mit den finalen Äußerungen berühmter Persönlichkeiten mitliefert, findet Meurer etwas schade, denn schon der erste Kandidat der Sammlung, Konrad Adenauer, hätte da viel Stoff geboten, wie der Rezensent betont.
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