Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker zeigen, dass eine hohe Arbeitslosenquote keineswegs unumgänglich ist und dass es durchaus Auswege aus dieser Sackgasse gibt. Systematisch widerlegen die Autoren alle gängigen Vorurteile - "die Technik ersetzt die menschliche Arbeitskraft"; "Arbeit ist hierzulande zu teuer"; "Europa ist zu verkrustet für strukturelle Reformen" - und beweisen, dass die Massenarbeitslosigkeit weniger unser Schicksal, sondern vielmehr reines Politikversagen ist. Alle, die nicht glauben wollen, dass unser Land dem wirtschaftlichen Niedergang geweiht ist, finden hier Antworten auf die Frage, warum die Wirtschaftspolitik auf diesem Feld bisher kläglich versagt hat - und wichtiger noch, wie wir die Arbeitslosigkeit in Zukunft besiegen können.
Grundsätzlich lesenswert findet Rezensentin Ulrike Herrmann dieses Buch, das sie besonders als umfassender und für Laien verständlicher Gegenentwurf zur neoliberalen Mainstream-Ökonomie beeindruckt hat. Auch die hier gezeichneten Umrisse einer anderen Wirtschaftspolitik findet Herrmann überaus einleuchtend. Zwar geht das Autorenduo mit seinen Gegnern für ihren Geschmack gelegentlich eine Spur zu rabiat um, was das Buch, wie sie findet, gar nicht nötig hätte. Trotzdem kann es mit Weitsicht bei ihr punkten. Lediglich am Ende wird sie etwas enttäuscht, weil die rasanten Argumente dann in einem aus ihrer Sicht eher halbherzigen Ausblick enden, der die wesentliche Frage nach den Wirtschaftswachstumsmöglichkeiten in einer endlichen Welt unbeantwortet lässt.
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