Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mit Niemands Frau kommt Barbara Köhler zurück auf die Odyssee, die älteste Geschichte vom Zurückkommen, vom Sich-Erinnern und Geschichtenerzählen, auf die Geschichte vom Einen, der sich Niemand nennt, wenn s darauf ankommt. Diese berühmteste Ausflucht der Weltliteratur wird beim Wort genommen, es wird beobachtet, wie sich Besitzverhältnisse und Beziehungsweisen ändern, wo eine andere, ihre Stimme ins Spiel kommt, Ich sagt, das Wort nimmt, wörtlich: Niemands Frau. Wo Erinnern Sich-Erinnern ist, erinnert ein Sie sich anders und an anderes als Er. Anders als seine Geschichte kann ihre auch eine von vielen sein: nicht der Faden einer Erzählung, sondern ein Gewebe, ein web, an dem Frauen (und nicht nur Penelope) schon bei Homer arbeiten, das immer wieder aufgetrennt und neu verknüpft wird, verwoben. Gedichte, Gesänge die Autorin recycelt die alten Geschichten, bringt sie wieder in Umlauf, anders, vernetzt sie gegenwärtig, in einem Gewebe von Zeiten, Sprachen und Stimmen, immer mit Blick auf und einem Ohr für the he and the she of it (Joyce).
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.03.2008
Rundum glücklich ist Nico Bleutge nicht mit diesem Gedichtband von Barbara Köhler. Zwar erscheint ihm der Wunsch, zu Homer zurückzugehen, zu den Anfängen des Sprechens, und dort nach einer "Sagweise" jenseits vertrauter Kategorien auszuschauen, einleuchtend. Zumal wenn es mittels eines derart "wuchtigen Gegenepos'" geschieht und die Autorin sich die "Motive der Odyssee" über das "Sprechen der weiblichen Gestalten" und die Sprache selbst "erschreibt". Doch die von Bleutge beobachtete komplexe Verknüpfung der Bezüge birgt auch Gefahren. Wenn nämlich die "Neuverdrahtung" nicht sauber gelingt oder das Material "nur lose in den Text eingezogen" wird. Dann wünscht sich der Rezensent weniger Didaktik und mehr von dem suggestiven Klang, den einige Stücke des Bandes ihm bieten.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007
Bei Barbara Köhler gehen Theorie und Poesie ja immer zusammen, weiß Michael Braun, dem erstere zwar manchmal zu dominant wird, der schließlich aber doch dem Zauber dieser Neu- und Gegendichtung der Odyssee erliegt. Mehr als zehn Jahre hat Köhler an ihrer in 22 Gesänge aufgeteilten Neuinterpretation der Odyssee aus weiblicher Sicht gearbeitet, wie der Rezensent informiert. Nun sind Kirke, Nausikaa, Skylla, Kalypso und Penelope am Zug, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Unterlegt sind ihre Erzählungen mit Bezügen zu modernen Mythen oder medientechnischen Reflexionen. Mit Andrea Wolfsbergers Videoarbeit "No One's Box" und der beiliegenden von Köhler selbst "suggestiv" gestalteten Hör-CD werde das Langgedicht zu einer "lyrischen Partitur für ein poetisch-visuell-akustisches Gesamtkunstwerk".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner
Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








