Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Yan Lianke

Dem Volke dienen

Roman

Cover: Dem Volke dienen

Ullstein Verlag, 2007
ISBN-10 3550086873
ISBN-13 9783550086878
Gebunden, 208 Seiten, 16,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Chinesischen von Ulrich Kautz. Zur Zeit der Kulturrevolution unter Mao Zedong wird der brave Soldat Wu Dawang als Haushaltshilfe in das Heim seines Divisionskommandeurs abberufen. Zur Vorbereitung auf seine Aufgabe unterzieht man ihn einer Gehirnwäsche - diensteifrig folgt er den ihm eingetrichterten Anweisungen. Während einer längeren Abwesenheit des Kommandeurs macht sich dessen hübsche Frau Liu Lian an den ahnungslosen Wu heran. "Zieh dich aus, um dem Volke zu dienen", befiehlt sie ihm, und er gehorcht. Eine amour fou entfacht zwischen den beiden, vergessen sind Volk und Partei. Erst als im Schlafzimmer eine Skulptur des Großen Vorsitzenden zerbricht, scheint ihr lustvolles Treiben jäh beendet - auf solch einen konterrevolutionären Akt steht die Todesstrafe. Wer aber denkt, hier ist Schluss, der irrt und kennt weder die Fantasie der Lust noch die erotische Ausstrahlung einer kaputten Mao-Ikone.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.03.2008

Verena Mayer gefällt Yan Liankes Roman, der den Unmut der chinesischen Zensurbehörden auf sich zog und erst durch seine Veröffentlichung im Westen bekannt wurde. Ihrer Meinung nach funktioniert das Buch auf mehren Ebenen. Man kann es einfach als "gelungenen erotischen Roman lesen", meint Mayer, es ist aber auch "eines der interessantesten Dokumente über das moderne China" - nicht zuletzt, weil es nicht den Wandel, sondern ein "typisches Leben in der chinesischen Provinz" aufzeigt. Dem Autor gelinge es, trotz plakativer Szenen "nie platt" in seiner Gesellschaftskritik zu sein. Mayer freut sich auch über die gelungene Übersetzung von Ulrich Kautz, der den Stil des Autoren wunderbar einfängt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2007

Für Mark Siemons ist Yan Liankes Buch ein "ironisch-erotisches Kammerspiel", das es in sich hat. Hinter der "burlesken" Fassade entdeckt er eine ihm so melancholisch wie realistisch erscheinende Bestandsaufnahme des heutigen Chinas. Die auf den ersten Blick stimmig erscheinenden Verkaufsargumente für das Buch auf dem westlichen Markt ("hat mit Mao zu tun, handelt von Sex und wurde verboten"), sieht Siemons von einer selbst den gängigen Polit-Jargon zum Mittel der Verfremdung gestaltenden Ironie unterwandert. Dass auf diese Weise Empathie mit den Figuren und ihrer Geschichte entstehen kann, überrascht den Rezensenten positiv.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren