Ausgewählt, übersetzt und mit einem Nachwort von Lukas Dettwiler. "Elchzeit" gibt zum ersten Mal in deutscher Sprache einen Eindruck von der poetischen Stimme dieses Dichters, mit einer Auswahl aus den Bänden der letzten dreißig Jahre. Der ehemalige Avantgardist ist mit den Jahren zu einem genauso überzeugenden Naturlyriker geworden, sachkundig wie sein Landsmann Linne, der Natur und ihren Geräuschen eher mit den Mitteln einer sachlichen Wissenschaftssprache nachhörend als mit den herkömmlichen Naturbeschwörungen der Poesie. Seine Gedichte, in denen Menschen und Landschaft einander begegnen, sind eigentümlich lapidare, aufrichtige Annäherungen an eine "Ahnungsgrenze", hinter der die lyrische Sprache wieder ungenau würde. Johnsons Gedichte sind oft lange, mehrteilige Gebilde, wie etwa sein Zyklus "32 Arten Elstern zu betrachten oder von ihnen betrachtet zu werden". Ihr Thema ist das Erfahrbare, sei es autobiografisch oder naturbetrachtend; Spekulatives ist ihnen fern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.09.2007
Mehr als zwanzig Lyrikbände hat der schwedische Dichter Bengt Emil Johnson publiziert. Nach der konkreten Poesie nahe stehende Anfänge hat er inzwischen, erläutert der Rezensent Nico Bleutge, einen eigenen Stil gefunden, der sich sowohl auf die Miniatur versteht als auch darauf, die Langzeilen-Poesie mit Reflexionen und Prosa-Einschüben zu durchsetzen. Als "Fluchtpunkt" der Johnsonschen Dichtung sieht Bleutge die Utopie einer aus dem verstehenden Zugriff des Menschen befreite Dingwelt - ein in Sprache naturgemäß nicht zu erreichendes Ziel. Wie Johnson sich dieser Utopie aber zu nähern versteht, das findet Bleutge sehr gelungen - ebenso die Übersetzung durch Lukas Dettwiler.
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