Aus dem Englischen von Malte Krutzsch. "Bei dir geht ja nichts ab", sagte Bobby. "Lass mal die Flinte sehen", meinte Kevin. Ted möchte die beiden so gerne beeindrucken, denn Freunde gewinnen ist schwer, wenn das Haus schon zum Verkauf steht, weil die Eltern in der kleinen Stadt keine Arbeit mehr finden. Er zeigt ihnen das Gewehr, geht nur einen Moment aus dem Zimmer. Da fällt ein Schuss, und Bobby liegt tot auf dem Esszimmerboden. Man kann an etwas schuld sein, auch wenn man es nicht getan hat. Einsamkeit und Verschweigen lasten schwer auf Ted, der niemandem sagen darf, was wirklich passiert ist, dem Vater nicht und schon gar nicht der Polizei. Und wenn man sich so verloren fühlt, gerät man schnell an die falschen Freunde. Denn plötzlich interessieren sich George und seine merkwürdige Gruppe "American Youth" für den Jungen, den in der Schule alle meiden. Und Ted will irgendwo dazu gehören, auch wenn ihm das Gerede über amerikanische Werte nicht ganz geheuer ist. Erst als sich die gewalttätigen Aktionen der Gruppe auch gegen Kevin und seine Mutter richten, die Bobbys Tod so wenig verkraftet haben wie er, findet Ted die Kraft, sich zu lösen, den Mut zu einer eigenen Entscheidung. Phil LaMarche wurde 1976 in New Hampshire geboren. Nach seinem Collegeabschluss lebte er ein Jahr lang in einer Blockhütte in den Colorado Rockies und studierte anschließend Creative Writing, u.a. an der Syracuse University in New York. Seine Kurzgeschichte "In the Tradition of My Family" wurde verfilmt; "American Youth" ist sein erster Roman.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2007
Kein neuer "Fänger im Roggen", bei weitem nicht, urteilt Jan Wiele einigermaßen enttäuscht über diesen Roman von Phil LaMarche. Nicht wie Salinger schreiben zu können, ist ja nicht so schlimm. Dass der Autor so daneben liegt und mit eingebauten Leseanleitungen und Spielfilmversatzstücken nervt, scheint dem Rezensenten aber unverzeihlich. Ein Bild der "Generation Schießgewehr" kann Wiele jedenfalls nicht erkennen. Schon gar nicht, findet er, wenn Jugendsprache mit Spracharmut verwechselt wird. Ein "fader Text", der beim Rezensenten viele Wünsche unerfüllt lässt.
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