Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Französischen von Thomas Laugstien. Der Völkermord gehört zu den Phänomenen, die sich dem menschlichen Verständnis zu entziehen scheinen. Wie ist es möglich, Tausende, Hunderttausende, ja Millionen von wehrlosen Menschen zu töten? Sie dazu noch zu demütigen, zu quälen, zu vergewaltigen, bevor man sie umbringt? Und wie verwandeln sich innerhalb kurzer Zeit einst friedfertige Menschen in Mörder?
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2008
Höchste Anerkennung zollt Rezensent Wilfried von Bredow diesem Buch über Genozide von Jacques Semelin. Er betrachtet es als eines der besten und wichtigsten Werke der historischen und sozialwissenschaftlichen Genozid-Forschung. Im Zentrum der Untersuchung sieht er einen Vergleich der Judenvernichtung, der auf ethnische Säuberungen ausgerichteten Massaker im ehemaligen Jugoslawien und des Völkermords in Ruanda. Neben grundlegenden Unterschieden stelle der Autor dabei auch Gemeinsamkeiten fest, aus denen sich so etwas wie eine "Soziologie der Massaker in der Moderne" ableite. Bredow lobt den Aufbau des Buchs und die Anordnung des Materials, das im Blick auf verschiedene Aspekte der Massengewalt untersucht wird. Erhellend findet er insbesondere Semelins Reflexion von Grundbegriffen der Genozid-Forschung. Aber auch die Ausführungen über die sozialpsychologische Logik von Genoziden, die Konstruktion von aufhetzenden Identitätsdiskursen, der internationale Kontext von Großmassakern und das Mikromanagement der Vernichtungsaktionen haben ihn überzeugt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.02.2008
Beeindruckt zeigt sich Rudolf Walther von diesem Buch über die Ursachen von Völkermorden, das der französische Politikwissenschaftler Jacques Semelin vorgelegt hat. Er bescheinigt dem Autor, das komplexe Geflecht von sozialen, politischen, militärischen, wirtschaftlichen und sozialpsychologischen Prozessen, die Völkermorden gemein sind, ebenso erhellend wie sachlich zu analysieren. Dabei beziehe sich der Autor vergleichend auf die Vernichtung der europäischen Juden, auf die Massaker in Ruanda (1994) und auf die Bürgerkriege auf dem Balkan (1990-1995). Im Blick darauf hebt Walther Semelins Bestreben hervor, niemals die Unterschiede der Völkermorde einzuebenen, sondern neben den strukturellen Parallelen die beträchtlichen Differenzen zu betonen. Überzeugend zeigt der Autor für ihn die essentielle Rolle auf, die das Schüren von Ängsten und die ideologische, auf Ideen von Identität, Reinheit und Sicherheit basierende Konstruktion eines imaginären Feindes bei der Entstehung von Völkermorden spielen. Walthers Fazit: "ein starkes Stück Aufklärung."
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.09.2007
Hans-Lukas Kieser begrüßt dieses Buch des französischen Historikers und Politologen Jacques Semelin, in dem der Autor versucht, die Elemente und Ursprünge extremer Gewalt, wie sie vor allem bei Massakern und Völkermorden vorkommt, aus politischer Perspektive zu analysieren. Nicht nur gesellschaftlich und historisch geht Semelin dabei vor, sondern auch psychologisch, und das "jenseits einfacher Dämonisierungen", lobt der Rezensent. "Sorgfältige Reflexion" verbinde sich hier mit historischer Anschauung; im Zentrum von Semelins Betrachtungen stehen dabei Ruanda 1994 und das Ex-Jugoslawien der 1990er Jahre. So hat sich Kieser durch die Lektüre viele neue Einblicke in dieses überaus komplexe Thema verschaffen können, gerade auch, was zum Beispiel die Psychologie der Täter betrifft: Dass diese in ihrer Wahnhaftigkeit oft nicht anders können, als den Mord an ihren Opfern zu beschönigen und diese am Ende sogar selbst dafür verantwortlich zu machen, sieht Semelin nicht zuletzt als Ausdruck einer "sakralen Nähe von Gewalt und Opfer".
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