Aus dem Englischen von Burkhard Hickisch. Lange Zeit hielt man das Gehirn des Menschen für unveränderlich, vergleichbar der Hardware eines Computers. Inzwischen sprechen viele wissenschaftliche Erkenntnisse dagegen. Damit nähert sich die Wissenschaft des Nervensystems dem spirituellen Weltbild des Ostens, das davon ausgeht, dass der Geist die Materie beherrscht. Die Implikationen dessen, was Wissenschaftler heute als "Neuroplastizität" bezeichnen, sind revolutionär. Die renommierte Wissenschaftsjournalistin Sharon Begley beschreibt hier die spannende Entwicklung der Neurowissenschaften, die durch Zusammenarbeit mit Meditationsmeistern herauszufinden versuchen, wie und in welchem Maße Gedanken und Emotionen unser Gehirn beeinflussen. Buddhistische Erfahrungen belegen: Wir können Depression in Freude verwandeln und Aggression in Mitgefühl. Das heißt: Wir sind nicht Opfer unserer Gene, sondern selbst verantwortlich für unser Denken und Fühlen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2007
Das Buch weckt bei Christian Geyer den Wunsch nach einer "Schule des Denkens". Wenn Sharon Begley dem Rezensenten diesbezüglich nicht weiterhelfen kann, ist das kein Drama. Den Wunsch zu wecken, ist laut Geyer durchaus ein Verdienst. Die Autorin schafft das, indem sie Geyer "überraschende" Befunde der Hirnforschung nahebringt, die auf eine "Biologie der Freiheit" mit Selbstoptimierungsoption hindeuten (was laut Geyer absolut nichts mit Gehirnjogging zu tun hat). Tschüs, Determinismus! freut sich der Rezensent schon mal, bereit das eigene neuronale Netz richtig denkend zu optimieren. Fehlt nur noch die Anleitung dazu.
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