Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 10.24 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jiro Taniguchi

Vertraute Fremde

(Ab 14 Jahre)

Cover: Vertraute Fremde

Carlsen Verlag, Hamburg 2007
ISBN-10 3551777799
ISBN-13 9783551777799
Kartoniert, 412 Seiten, 19,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Hiroshi Nakahara steigt nach einer Geschäftsreise in den falschen Zug. Die Endstation der Strecke: seine Geburtsstadt. Jahrelang war er nicht mehr in Kurayoshi und beschließt, das Grab seiner Mutter zu besuchen. Auf dem Friedhof fällt er in eine Art Ohnmacht. Als er zu sich kommt, findet er sich in seinem Körper als 14-jähriger wieder. Er beginnt das Leben als Teenager in den 1960er Jahren zu führen, fügt sich ein in den Alltag des Sohnes und Schülers - immer mit dem Wissensstand des Erwachsenen. Und er will die Gelegenheit nutzen, möchte herausfinden was damals nicht stimmte im scheinbar harmonischen Elternhaus. Denn im Sommer 1963 verließ sein Vater die Familie ohne jegliche Ankündigung.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.11.2007

Als "sorgfältig komponiert" lobt Rezensent Frank Schäfer diesen Comic von Jiro Taniguchi, den er zusammen mit einer reihe weiterer historischer Comics bespricht, die sich realistischen Interieurs, plastischen Charakteren und sozialgeschichtlicher Korrektheit verschrieben haben und die Schäfer einen neuen Retro-Trend vermuten lassen. Mit einem "enormen Talent für Set und Szenario", schwärmt der Rezensent, versetzt Taniguchi seine Leser in das Japan der Nachkriegszeit, wobei er nicht nur das Porträt eines Mannes zeichne, der "am Gängelband von Ehre, Tradition und Familie" geführt werde, sondern auch ein offenbar überzeugendes Bild des Japans der sechziger Jahre. Getsört hat sich der Rezensent allerdings an den etwas "papiernen" Dialogen, die er nicht der Übersetzung dabei wohlgemerkt nicht allein der Übersetzung ankreidet.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.08.2007

Christian Gasser zeigt sich begeistert von diesem "Meisterwerk" des japanischen Comic-Autors Jiro Taniguchi. Hierin findet sich der Protagonist Hiroshi Nakahara nach einer durchzechten Nacht in seiner Vergangenheit wieder und erhält die Chance, seine eigene Jugend noch einmal zu durchleben. Besonders die Figuren, die sich in ihrer Schlichtheit und Durchschnittlichkeit immer nahe am Alltag bewegen und so nie ins Karikaturistische abgleiten, haben es dem Rezensenten angetan. Auf diese Weise verhindere Taniguchi, der aufgrund seines klaren Stils auch als der "europäischste" unter den Manga-Autoren gilt, dass aus dieser "phantastischen Prämisse eine Fantasy-Story" wird. So gelangt am Ende nicht nur Hiroshi zu der Einsicht, dass es die Erinnerung ist, in der unser Glück begraben liegt. Die Suche danach habe Taniguchi in einer "berührenden Mischung aus Humansismus, Melancholie, leichter Skepsis, feinem Humor und viel Poesie" geschildert.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Golden german tor lass uns ein als große fisch

10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren