Stanislaw Ciesielski (Hg.)

Umsiedlung der Polen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten nach Polen in den Jahren 1944-1947

Cover: Umsiedlung der Polen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten nach Polen in den Jahren 1944-1947
Herder Institut, Marburg 2006
ISBN 9783879693238
Kartoniert, 669 Seiten, 70,00 EUR

Klappentext

Seit den ausgehenden 90er Jahren des 20. Jahrhunderts ist die Diskussion zum Thema der Vertreibung bzw. Aussiedlung der Deutschen aus den Ostgebieten sowie ihrer Folgen erneut aufgeflammt, und es ist dazu eine ganze Reihe von Publikationen erschienen. Während man sich also in Deutschland über dieses Thema umfassend informieren kann, sind hier die Kenntnisse über die politischen, wirtschaftlichen und menschlichen Folgen der Grenzveränderungen des polnischen Staates durch die Nachkriegsordnung, zumal über die Umsiedlung der polnischen Bevölkerung aus den polnischen Ostgebieten in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs und nach dessen Ende, äußerst gering. Aus diesem Grunde sind das Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wroclaw (Breslau) und das Herder-Institut in Marburg übereingekommen, eine deutsche Übersetzung der bereits 1999 in polnischer Sprache unter der Herausgeberschaft von Stanislaw Ciesielski erschienenen Dokumentenedition zur Umsiedlung der über 1,2 Millionen Polen von jenseits der neuen Ostgrenze Polens herauszugeben. Die vorliegende, durchgesehene und um weitere Dokumente ergänzte Fassung soll dem interessierten Leser grundlegende Informationen zu dieser Zwangsmigration vermitteln, indem sie nach einer historischen Einführung die zentralen Quellen zu diesem Thema darbietet, die aus den Beständen polnischer und ausländischer Archive ausgewählt wurden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2007

"Beklemmende Einblicke" hat diese Veröffentlichung dem Rezensenten Christoph Klessmann in ein Themengebiet gewährt, das in Deutschland noch immer viel zu wenig Beachtung findet. Es geht um die gewaltsamen Völkerverschiebungen in den ehemaligen polnischen Ostgebieten, die vom nationalsozialistischen Deutschland begonnen und von der Sowjetunion fortgeführt wurde. Hier lebten zu Beginn des Zweiten Weltkriegs etliche Gruppen zusammen, wenn auch nicht immer friedlich: Polen, Litauer, Ukrainer, Weißrussen, Russen und Deutsche, Christen und Juden. Mit der von den Alliierten beschlossenen Westverschiebung Polens wurden 1,2 Millionen Menschen vertrieben oder deportiert, auf keinen Fall jedoch, wie es im offiziellen Sprachgebrauch hießt, "repatriiert", wie Klessmann nicht genug betonen kann. Ihm hat dieser Band sehr viele Einsichten gewährt, ein Dickicht durch die Materie sieht er geschlagen, abschließend behandelt kann sie noch lange nicht sein. Und auch wenn der Band nach Informationen des Rezensenten vor allem aus offiziellen Dokumenten besteht, ist ihm doch die Gewaltsamkeit dieser Vorgänge sehr plastisch nahe gebracht worden.

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