Gesamtausgabe. Aus dem amerikanischen Englisch von Sonja Bonin. Howard Zinn schreibt nicht aus der Perspektive der Eroberer, sondern der Eroberten, spricht nicht vom Ruhm der Sieger, sondern über die Verluste der Besiegten, erklärt nicht im gehobenen Stil der Herrschenden, sondern in der ungeschmückten Sprache der Beherrschten: der Fabrikarbeiter, Frauen, Sklaven, Schwarzen, Indianer, der Vertreter der Arbeiterklasse und der Einwanderer.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.07.2007
Howard Zinn schreibt die Geschichte des amerikanischen Volkes aus einer sehr, sehr linken Perspektive, daran lässt der hier rezensierende Gert Raeithel keinen Zweifel. Doch für den Rezensenten ist dies kein Grund, diesem Urgestein der amerikanischen Historiografie seinen respekt zu verweigern. Zinn schildert die Besiedlung des Kontinents aus Sicht der Ureinwohner, das Plantagensystem aus Sicht der Sklaven und den wirtschaftlichen Aufstieg aus Sicht des Arbeiters, und immer geht es ihm um den "Missbrauch der Macht", stellt Raeithel klar. Ein wenig fremdelt der Rezensent allerdings mit Zinns Glauben an das gute amerikanische Volk, an "den Edelmut und die Aufrichtigkeit des Durchschnittsbürgers", und auch die Ablehnung des Zweiten Weltkriegs als "nutzlos und überflüssig" hält Raeithel für alles andere als überzeugend. Aber am Ende kann er doch das Buch empfehlen als "Amerikas Geschichte in kompakter Form und aus einer bestimmten Perspektive", das er zudem als "sorgfältig übersetz" und "solide lektoriert" lobt.
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