Was treibt junge Menschen dazu, Anstrengungen auf sich zu nehmen und Ziele zu verfolgen? Die Lösung dieses Rätsels wurde in unseren Schulen offensichtlich noch nicht gefunden. Denn warum scheitert ein immer größerer Teil der Kinder am Bildungsprozess, obwohl Lehrkräfte Schwerstarbeit im Klassenzimmer leisten? Der Neurobiologe, Mediziner und Psychotherapeut Joachim Bauer legt eine schonungslose Analyse vor. Seine Kritik gilt nicht nur jenen, die Politik für Familien als Gedöns und Lehrer als faule Säcke bezeichnet haben. Bauer zeigt moderne, auf neurobiologischen Erkenntnissen basierende Perspektiven auf, die in eine andere Richtung weisen als die bürokratischen Verschlimmbesserungen im Gefolge der Pisa-Studien. Wer in Kindern und Jugendlichen Motivation wecken will, muss gelingende Beziehungen mit ihnen gestalten können. Joachim Bauer zeigt, welche Konsequenzen sich daraus für Eltern, für Lehrer und deren Ausbildung, aber auch für die Schulpolitik ergeben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.06.2007
Durchaus zustimmen kann Rezensent Tanyev Schultz diesem Plädoyer des Arztes und Therapeuten Joachim Bauer, Kinder nicht durch mehr Disziplin zum Lernen zu bringen, sondern durch "Anteilnahme und Ermunterung". Auch dass umständliche Formalien (Geldsammeln für den Wandertag!) Schüler zum Abschalten bringen, findet Schultz absolut nachvollziehbar. Was er überhaupt nicht versteht, ist, dass Autor Bauer sich hier nicht einfach mit seinem gesunden Menschenverstand oder seiner pädagogischen Erfahrung argumentiert, sondern so bemüht wissenschaftlich fundiert mit "Genen und Hormonen".
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