Neokonservative Publizisten sehen Deutschland am Abgrund. Die Scheidungsziffern steigen, die Geburten sinken. Von außen drohen Globalisierung und islamistischer Terror. Schuld ist die Generation der 68er mit ihren Forderungen nach Selbstbestimmung und Frauenemanzipation. Werte und Institutionen wie Familie, Nation und Religion seien systematisch heruntergewirtschaftet worden. Das Ergebnis: Bevölkerungsschwund und allgemeine gesellschaftliche Erosion. Die populistische Hetze gegen berufstätige Frauen, die als Gebärverweigerinnen für den angeblichen Untergang des deutschen Volkes verantwortlich gemacht werden, ist gesellschaftsfähig geworden.
Ebenso "scharf wie scharfsinnig" findet Rezensent Rudolf Walther diese Abrechnung mit den neokonservativen Bestsellern Marke Udo di Fabio, Matthias Matusseck, Frank Schirrmacher oder Eva Herman. Beglückt zitiert Walter so schöne Etikettierungen wie "biedermeierliche Hausväterliteratur" und Rekurse auf die Literatur des "national trunkenen Bildungsbürgertums" nach 1871. Denn Claudia Pinl spricht ihm mit ihrer Diagnose von "die Gesellschaft abwechselnd verteufelnder oder hellblau übertünchender" Doppelmoral in diesen Publikationen sichtlich aus der Seele. Walther freut sich, dass hier jemand endlich eine Gegenattacke fahre, und zwar eine, die auch noch höchst vergnüglich zu lesen ist.
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