Ramon Fonseca Mora

Der Tanz der Schmetterlinge

Kriminalroman
Cover: Der Tanz der Schmetterlinge
Scherz Verlag, München 2000
ISBN 9783502517252
Taschenbuch, 205 Seiten, 7,62 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Lisa Grüneisen. In einem mittelamerikanischen Staat wird die Leiche eines Oppositionspolitikers an den Strand gespült, zur gleichen Zeit erhält der Oberrichter Fuentemayor eigenartige Nachrichten eines esoterischen Zirkels zugespielt, die ihn zur Teilnahme an ihr Treffen bewegen wollen. Der Richter durchschaut die wahren Ziele des obskuren Komitees der Schmetterlinge, in dem die Militärs den Ton angeben. Sein Wissen wird ihm zum Verhängnis, ihm bleibt nur die Flucht...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.08.2000

Robert Brack bespricht drei Kriminalgeschichten aus Lateinamerika, die voller Esoterik und übertriebener Aufmerksamkeit für Körperfunktionen stecken, was bei dem Rezensenten auf nachhaltige Enttäuschung stößt.
1) Santiago Gomboa: "Verlieren ist eine Frage der Methodik"
Ob Hämorriden beim Protagonisten, einem Journalisten, oder Fresssucht beim Kriminalbeamten - private Probleme, körperliche Dysfunktionen schieben sich bei diesem kolumbianischen Krimi in den Vordergrund, bedauert Robert Brack, dem die körperlichen Ausschweifungen des Helden eher wie Abschweifungen vom Thema vorkommen. Mit wachsendem Widerwillen ist der Rezensent dem "frustrierten Macho" durch Bogotà gefolgt, hat an seinem verkümmerten Liebesleben Anteil genommen und nebenbei auch den Mordfall mitaufgeklärt - nicht unbedingt eine Leseempfehlung.
2) Ramón Fonseca Mora: "Der Tanz der Schmetterlinge"
Uns will nicht ganz einleuchten, warum Robert Brack findet, dass Pflichtbewusstsein etwas Niedliches an sich hat ? Jedenfalls findet er auch die Sprache des panamesischen Autors zu niedlich, obwohl es in dessen Buch um ein fiktives Land geht, in dem Militärs mit Hilfe eines esoterischen Zirkels die Gesellschaft kontrollieren. Auf Dauer diskreditiere der Autor sein Thema und sein Buch durch die naive Schreibweise und eine klischeehafte Darstellung, schreibt der Rezensent und mutmaßt, dass es nicht an der Übersetzung liegen kann.
3) Pablo de Santis: "Die Übersetzung"
Als "hübsche kleine Fingerübung" lässt Brack dieses Buch gelten, das kein klassischer Krimi ist, sondern mehr in der Tradition von Poe, Kafka, Lem und Borges steht. Hört sich jedenfalls interessant an, was Brack berichtet: ein Übersetzerkongress am Meer, ein Hotel, seltsame Todesfälle bilden den Hintergrund für eine mehr sprachphilosophisch zu ergründende Intrige, bei der es um eine Kunstsprache geht, deren Gebrauch Katastrophen herbeiführen soll. Mehr hat der Rezensent nicht verraten, das Buch aber als Strandlektüre empfohlen.
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