"Ich konnte Schach spielen, bevor ich eine Ahnung vom Leben hatte. Als ich mit den Tücken des Daseins konfrontiert wurde, gab es keine Situation, die ich nicht vom Schach her kannte", sagt Garri Kasparow, der wohl beste Spieler aller Zeiten, Schachweltmeister von 1985 bis 2000. Mit sechs Jahren begann er in der Küche der Eltern Schach zu spielen, es folgte eine beispiellose Profikarriere. Kasparows Spiel gilt als besonders kreativ, angriffslustig und risikofreudig, er ist berühmt dafür, schwierige Situationen durch glänzende Analysen und temporeiche Züge zu meistern. Wie keiner weiß der charismatische Russe, der sich inzwischen neuen Herausforderungen in der Politik stellt, wie man einen Vorteil nutzt, sich offensiv verteidigt, den richtigen Moment erkennt. Durch Kasparows strategisches Wissen werden wir zu Siegern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2007
Ob er selber Schach spielt, verrät Jürgen Kaube nicht. Daran, dass ihn Garri Kasparows Versuch, die Parallelen zwischen Schach und Leben zu finden, beeindruckt hat, lässt er jedoch keinen Zweifel. Hilfreich findet er Kasparows verständliche Beschreibung eigener Partien und das Glossar. Und er vermag den, wie er einräumt, mitunter etwas sprunghaften theoretischen Ausflügen des Brettstrategen in die Welt der Wirtschaft und der Politik und seinen "allgemeinen Schlüssen über erfolgreiches Entscheiden" durchaus "mit Vergnügen" zu folgen. Eines aber bereitet dem Rezensenten Kopfschmerzen: Die auffällige Ähnlichkeit der Kasparowschen Lebensberatung mit stets auch umkehrbaren Sprichwörtern.
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