"Spektakuläre Spekulation" untersucht, wie in Selbst- und Fremdbeschreibungen der Börsenspekulation über ihren Status im Feld der Wissenschaften debattiert wird. Die Spekulation scheint dabei immer auch auf Momente des Nichtökonomischen zu verweisen - sei es im "thrill" des Spekulierens und dessen Nähe zum verschwenderischen Geldspiel, sei es in der Beschreibung von Finanzmärkten als verführerische und hysterische Frau oder als unkontrollierbare Masse. Diese Studie interessiert sich dafür, wie in vornehmlich amerikanischen Spekulationsdiskursen des 19. und 20. Jahrhunderts um die Grenze zwischen Ökonomie und ihrem Außen gerungen wird - und wie auf diese Weise der Börsenspekulant zur ambivalenten Verkörperung des Homo oeconomicus wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2007
Der fachterminologischen Huberei zum Trotz - Andreas Platthaus hat diese Lektüre "ungemein" inspiriert. Und an der Breitenwirksamkeit des sowohl auf ökonomische wie auf fiktionale Texte gründenden Buches hat er gar keinen Zweifel. Wie an der Gewinnschöpfung für den Leser. Dass dem Börsengeschehen mit dem Begriff des Spektakels beizukommen ist, hat der Soziologe Urs Stäheli dem Rezensenten wenigstens eindrucksvoll vorführen können. Mit der Faszination am Spiel ums Kapital, genauer, am Nachdenken darüber, hat Stäheli Platthaus hoffnungslos infiziert.
Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit Judith Hermann folgt den Spuren ihres Großvaters, der während des Zweiten Weltkriegs für die SS im polnischen Radom stationiert war. Sie verknüpft ihr Schreiben mit seiner… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…