Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Furios war Herman Bangs Start ins literarische Leben: Bereits als Fünfundzwanzigjähriger hatte er acht Bücher und 140 Feuilletons geschrieben und einen Pornografieskandal überstanden. Tatsächlich kam der 1857 geborene Pastorensohn eher notgedrungen zum Schreiben. Nach dem Tod seiner Eltern war er gezwungen, sich einen Broterwerb zu suchen, um sein dandyhaftes Leben aufrechterhalten zu können. Innerhalb kurzer Zeit wurde er zu einem der bekanntesten Journalisten Kopenhagens, aber auch zu einem der umstrittensten, denn seine exzentrische Lebensweise und seine offen gelebte Homosexualität provozierten die bürgerliche Gesellschaft. Der vorliegende Band versammelt Erzählungen aus allen Schaffensperioden in einer neuen der kraftvollen Sprache Bangs gerecht werdenden Übersetzung, so die psychologische Studie "Irene Holm", das Eifersuchtsdrama "Die vier Teufel" oder die bissige Satire "Ein schöner Tag". Ergänzt wird der Band durch Reportagen, unter anderem über den Brand von Schloss Christiansborg oder den Besuch im belgischen Gheel, der "Stadt der Wahnsinnigen".
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2007
Beate Tröger begrüßt diesen von Ulrich Sonnenberg herausgegebenen Band mit Erzählungen und Reportagen des dänischen Schriftstellers Herman Bang. Die Gliederung in einen Erzählungsteil und einen Reportagenteil bietet zu ihrer Freude Gelegenheit, beide "Schreibwelten" Bangs kennen zu lernen. Lobende Worte findet Tröger sowohl für den Schriftsteller als auch für den Journalisten Bang, der zu einem der bekanntesten Literaturkritiker Dänemarks avancierte. Hier liegt für sie ein Vergleich mit Robert Walser nahe, der wie Bang zwischen Feuilleton und Epik pendelte. Die Sprache der Erzählungen sieht Tröger von einer "kühlen Zärtlichkeit" geprägt. Die präzise Wiedergabe von Stimmungen und die brillante, nie denunzierende Figurenzeichnung Bangs haben sie beeindruckt, ebenso die subtile Entwicklung des exzentrischen Moments der Geschichten, die ihr "Abweichendes und Randständiges schleichend, aber drastisch" entfalteten. Die Reportagen zeichnen sich für Tröger durch ihren leichten, präzisen Stil und ihre feinen Beobachtungen aus, egal ob es um die Schilderung einer Dampferfahrt, des Landlebens oder eine Klink für psychisch Kranke geht.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.05.2007
Thomas Fechner-Smarsly begrüßt diesen Band mit Erzählungen und Reportagen Herman Bangs, der zum 150. Geburtstag des dänischen Schriftstellers erschienen ist. Den in den letzten beiden Jahrzehnten allmählich wiederentdeckte Autor sieht er längst im Rang eines "Klassikers". Der Titel des vorliegenden Bands, "Exzentrische Existenzen", der die beiden frühen Bände "Stille Existenzen" (1885) und "Exzentrische Novellen" (1886) vereint, akzentuiert seines Erachtens ein wenig zu stark die schrille Seite Bangs. Schließlich findet er auch in "Exzentrische Existenzen" einen stillen, einfühlsamen Bang, in den Figuren des Fräulein Caja oder der "reizend-verhuschten" Pernille. Dabei ist die Liebe ein immer wiederkehrendes Thema, und Bangs Blick darauf scheint doch ziemlich desillusionierend zu sein. So erscheine die Liebe bei Bang zuallererst als "physische Attraktion mit hohem Risiko und unvermeidlichem Absturz". Lobend äußert sich Fechner-Smarsly nicht nur über die Erzählungen, sondern auch die Reportagen, die der Band offeriert. Besonders hebt er hier die berühmte Reportage über den Brand des Kopenhagener Schlosses im Oktober 1884 hervor, die sich durch Bangs präzisen Blick auszeichnet.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.04.2007
Für eine reizvolle Idee hält Lothar Müller die Zusammenstellung der zehn Erzählungen mit einigen Feuilletons Herman Bangs aus der Zeit zwischen 1878 und 1884. So kann Müller nicht nur das "Formbewusstsein" des Autors Bang studieren, sondern auch den Erzähler mit dem Reporter vergleichen. Dass der Unterschied nicht allzu groß ist, scheint Müller zu erleichtern. Die für journalistische Texte eher untypische Gelassenheit bei der Wortwahl, die Tatsache, dass das Erzähler-Ich "seine Auftritte" hat und die "Formgesetze guter Prosa" für Bang auch in der Reportage gelten, lassen für Müller die "Stimme des Sozialreformers" Bang nur noch angenehmer tönen.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Bücher von Lesern empfohlen
Jonathan Franzen: Freiheit
Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell und Eike Schönfeldt. Patty und Walter Berglund - Vorzeigeeltern ...
Milan Bulaty: Bibliothek
Fotografie von Barbara Klemm und Stefan Müller. "Gibt es denn ein schöneres Bild für den Frieden ...
Archiv: Bücherschauen
Bücherschau des Tages
08.09.2010: Heute hat Jonathan Franzen seinen großen Auftritt: Die SZ entdeckt darin Trost und Hoffnung für die liberale Gesellschaft. Die taz ist sehr berührt von diesem Roman, hält ihn aber nicht für das große Meisterwerk. Und die FR staunt über so viel pathetischen Ernst. Die FAZ schöpft aus Helga Novaks "Liebesgedichten" Kraft für die politische Unangepasstheit. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Winfried Speitkamp: Ohrfeige, Duell und Ehrenmord
06.09.2010: Der Historiker Winfried Speitkamp untersucht in seinem Buch "Ohrfeige, Duell und Ehrenmord" die Ehrbegriffe und Ehrkonflikte in vielen Kulturen und ihre Wandlungen von der Antike bis zur Gegenwart. Lesen Sie hier Auszüge von der Geschichte der gekränkten Ehre, des Duells und des Mordes.
Mehr lesen
Hannah Arendt, Gershom Scholem: Der Briefwechsel
30.08.2010: Von 1939 bis 1964 führten Hannah Arendt und Gershom Scholem einen intensiven Briefwechsel, in dem sie sich über jüdische Geschichte und jüdisches Selbstverständnis auseinandersetzten. Lesen Sie hier Auszüge aus der Korrespondenz, in denen es um Walter Benjamins Tod und Hannah Arendts Bericht "Eichmann in Jerusalem" geht. Mehr lesen
Elisabeth Badinter: Der Konflikt
23.08.2010: Frauen sollten wieder zurück zu Heim und Herd. Diesmal nicht, um den Mann zu umsorgen, sondern das Kind. Unter dem Banner der Natürlichkeit werden die Ansprüche an die gute Mutter so in die Höhe geschraubt, dass Frauen ihre Freiheiten wieder zu verlieren drohen, fürchtet Elisabeth Badinter. Lesen Sie hier einen Auszug aus ihrem neuen Buch "Der Konflikt".
Mehr lesen





Folgen Sie uns auf Twitter


