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zuletzt aktualisiert 09.09.2010, 09.21 Uhr

Bücher der Saison

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Herman Bang

Exzentrische Existenzen

Erzählungen und Reportagen

Cover: Exzentrische Existenzen

Insel Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN-10 3458173412
ISBN-13 9783458173410
Gebunden, 370 Seiten, 22,80 EUR

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Klappentext

Furios war Herman Bangs Start ins literarische Leben: Bereits als Fünfundzwanzigjähriger hatte er acht Bücher und 140 Feuilletons geschrieben und einen Pornografieskandal überstanden. Tatsächlich kam der 1857 geborene Pastorensohn eher notgedrungen zum Schreiben. Nach dem Tod seiner Eltern war er gezwungen, sich einen Broterwerb zu suchen, um sein dandyhaftes Leben aufrechterhalten zu können. Innerhalb kurzer Zeit wurde er zu einem der bekanntesten Journalisten Kopenhagens, aber auch zu einem der umstrittensten, denn seine exzentrische Lebensweise und seine offen gelebte Homosexualität provozierten die bürgerliche Gesellschaft. Der vorliegende Band versammelt Erzählungen aus allen Schaffensperioden in einer neuen der kraftvollen Sprache Bangs gerecht werdenden Übersetzung, so die psychologische Studie "Irene Holm", das Eifersuchtsdrama "Die vier Teufel" oder die bissige Satire "Ein schöner Tag". Ergänzt wird der Band durch Reportagen, unter anderem über den Brand von Schloss Christiansborg oder den Besuch im belgischen Gheel, der "Stadt der Wahnsinnigen".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2007

Beate Tröger begrüßt diesen von Ulrich Sonnenberg herausgegebenen Band mit Erzählungen und Reportagen des dänischen Schriftstellers Herman Bang. Die Gliederung in einen Erzählungsteil und einen Reportagenteil bietet zu ihrer Freude Gelegenheit, beide "Schreibwelten" Bangs kennen zu lernen. Lobende Worte findet Tröger sowohl für den Schriftsteller als auch für den Journalisten Bang, der zu einem der bekanntesten Literaturkritiker Dänemarks avancierte. Hier liegt für sie ein Vergleich mit Robert Walser nahe, der wie Bang zwischen Feuilleton und Epik pendelte. Die Sprache der Erzählungen sieht Tröger von einer "kühlen Zärtlichkeit" geprägt. Die präzise Wiedergabe von Stimmungen und die brillante, nie denunzierende Figurenzeichnung Bangs haben sie beeindruckt, ebenso die subtile Entwicklung des exzentrischen Moments der Geschichten, die ihr "Abweichendes und Randständiges schleichend, aber drastisch" entfalteten. Die Reportagen zeichnen sich für Tröger durch ihren leichten, präzisen Stil und ihre feinen Beobachtungen aus, egal ob es um die Schilderung einer Dampferfahrt, des Landlebens oder eine Klink für psychisch Kranke geht.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.05.2007

Thomas Fechner-Smarsly begrüßt diesen Band mit Erzählungen und Reportagen Herman Bangs, der zum 150. Geburtstag des dänischen Schriftstellers erschienen ist. Den in den letzten beiden Jahrzehnten allmählich wiederentdeckte Autor sieht er längst im Rang eines "Klassikers". Der Titel des vorliegenden Bands, "Exzentrische Existenzen", der die beiden frühen Bände "Stille Existenzen" (1885) und "Exzentrische Novellen" (1886) vereint, akzentuiert seines Erachtens ein wenig zu stark die schrille Seite Bangs. Schließlich findet er auch in "Exzentrische Existenzen" einen stillen, einfühlsamen Bang, in den Figuren des Fräulein Caja oder der "reizend-verhuschten" Pernille. Dabei ist die Liebe ein immer wiederkehrendes Thema, und Bangs Blick darauf scheint doch ziemlich desillusionierend zu sein. So erscheine die Liebe bei Bang zuallererst als "physische Attraktion mit hohem Risiko und unvermeidlichem Absturz". Lobend äußert sich Fechner-Smarsly nicht nur über die Erzählungen, sondern auch die Reportagen, die der Band offeriert. Besonders hebt er hier die berühmte Reportage über den Brand des Kopenhagener Schlosses im Oktober 1884 hervor, die sich durch Bangs präzisen Blick auszeichnet.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.04.2007

Für eine reizvolle Idee hält Lothar Müller die Zusammenstellung der zehn Erzählungen mit einigen Feuilletons Herman Bangs aus der Zeit zwischen 1878 und 1884. So kann Müller nicht nur das "Formbewusstsein" des Autors Bang studieren, sondern auch den Erzähler mit dem Reporter vergleichen. Dass der Unterschied nicht allzu groß ist, scheint Müller zu erleichtern. Die für journalistische Texte eher untypische Gelassenheit bei der Wortwahl, die Tatsache, dass das Erzähler-Ich "seine Auftritte" hat und die "Formgesetze guter Prosa" für Bang auch in der Reportage gelten, lassen für Müller die "Stimme des Sozialreformers" Bang nur noch angenehmer tönen.

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