Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2007
Aufschlussreich scheint Rezensent Manfred Funke dieser Sammelband über Mussolinis 1935 begonnenen Krieg gegen Abessinien, der aus einer Historikerkonferenz der Universität Luzern anlässlich des siebzigsten Jahrestages des italienischen Überfalls hervorgegangen ist. Der mit aller Härte und Grausamkeit geführte Krieg, bei dem auch Giftgas zum Einsatz kam, ist nach Auskunft Funkes in Italien lange verdrängt worden. Vorliegender Band widme sich in dreizehn Beiträgen den in Ostafrika verübten Gräueltaten. Funke hebt hervor, dass einige Autoren im Abessinien-Konflikt angesichts der Grausamkeit dieses Kriegs, in dem mehr Zivilisten als Militärs getötet wurden, in dem es großangelegte Vernichtungsaktionen gab und terroristische Willkür herrschte, einen "Prolog des totalen Krieges ab 1939" sehen. Dass es sich allerdings um einen "vergessenen Krieg" handelt, der nie die verdiente Beachtung gefunden habe, wie die Herausgeber behaupten, kann Funke so nicht unterschreiben und verweist in diesem Zusammenhang auf Forschungsarbeiten aus den Siebziger Jahren.
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