Was wäre, wenn Mozarts Begabung nur ganz durchschnittlich gewesen wäre? Die Frühwerke des Wunderkindes in Wahrheit vom Vater verfasst? Der Ich-Erzähler begibt sich auf des Meisters Spuren, nach und nach immer besessener davon, das Genie zu Fall zu bringen. Eine Serie von Artikeln soll das Geheimnis lüften. Während Mozart kräftig gerupft wird, bläht sich das Ich seines Verfolgers zunehmend zu Übergröße auf. Doch führt die geheimnisvolle Spur wirklich zu neuen Erkenntnissen? Oder geradewegs in ein Spiegelkabinett, in dem wir immer nur uns selbst wiederfinden?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.04.2007
Nach dem prallen Mozartjahr kommt diese "spielerische Idee vom Heldensturz" der Rezensentin eigentlich ganz recht. Leider muss Britta Voss mit ansehen, wie sich Michael Köhlmeier zwischen Mystizismus, Wiener Neurose und "hybridem Throngewackel" tüchtig verstolpert. Was als "vielversprechender Irrgarten aus Ahnungen" beginnt, endet schließlich im Nirgendwo, weil der Autor "eigentlich fabulieren" will, aber nur eine Novelle lang Zeit hat. Was passiert? Vor lauter Hatz wird "viel erzählt" und "nichts gesagt". Voss findets bannig schade.
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