Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Niels Neumeier. In westlichen Gesellschaften sind post-politische Konzepte des Dritten Weges derzeit en vogue. Sie propagieren eine konsensuelle Form von Demokratie jenseits der politischen Opposition von rechts und links. Chantal Mouffe kritisiert daran, dass diese Konzepte die antagonistische Dimension des Politischen und die Ambivalenz der menschlichen Natur leugnen. Nach einer Analyse des Begriffs des Politischen, die sich auf Carl Schmitt stützt, übt Mouffe Kritik an Habermas, Rorty, Giddens und Beck. Unter Bezug auf aktuelle Probleme wie den Terrorismus deckt sie Defizite und politische Gefahren post-politischer Konzepte auf und argumentiert zwingend gegen die Möglichkeit eines universalen rationalen Konsenses und für den antagonistischen Charakter von Politik. "Über das Politische" ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Zustand und der Zukunft der Demokratie.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.01.2008
In ihrem jüngsten Buch wendet sich Chantal Mouffe leidenschaftlich gegen die Annahme, Politik werde auf Grundlage von Konsens und Übereinkünften gemacht und bestimmt dagegen das Politische als Kampf zwischen Gegnern, stellt Jens Hacke fest. Damit rücke die "Machtfrage" wieder ins Zentrum politischer Reflexion, einen moralisch grundierten "Kosmopolitismus" lehne die in London lehrende Politikwissenschaftlerin ab, so der Rezensent. Stattdessen plädiert die ehemalige Marxistin für eine "Neuorientierung der Linken", wobei sie allerdings nicht recht klarmacht, um welche konkreten politischen Inhalte es ihr geht, so Hacke eine Spur orientierungslos. Trotzdem hat er sich gern von diesem Essay inspirieren lassen und hat vor allem von dem Schwung, mit dem die Autorin gegen "kosmopolitische Illusion" und "Konsensutopie" zu Felde zieht, offenkundig genossen.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.09.2007
Chantal Mouffe zieht mit ihrem jüngsten Buch mit Macht gegen die "Zweite Moderne" in der Politik - wie sie Ulrich Beck oder Anthony Giddens vertreten - zu Felde. Rezensent Arno Widmann imponiert das. Statt einer Politik des Konsenses fordert die Autorin lautstark eine "antagonistische Politik", erklärt der Rezensent. Dabei biete sie weder soziologische Analysen noch statistische Untersuchungen, ihr gehe es vielmehr ums Prinzip. Das könnte man ihr zwar als "Schwäche" auslegen, gibt der Autorin aber die Möglichkeit zur Konzentration auf das Eigentliche, so Widmann eigentlich ganz einverstanden. Laut Mouffe brauche Politik, um den Namen zu verdienen, nämlich handfeste Gegner, so Widmann weiter, dem aufgefallen ist, dass die Autorin sich weigert, solche Gegner auch zu benennen. Zudem weist er dezent darauf hin, dass die Polemik der Professorin der Universität von Westminster damit nicht wirklich radikal ist, sondern vielmehr als Ausdruck von Sehnsucht nach Radikalität verstanden werden kann. Ein Lob geht noch an den Suhrkamp Verlag, der die Edition Zweite Moderne herausgibt und hier einer Gegnerin der eigenen Position Raum für ihre Argumente gibt.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2007
Mindestens bedenkenswert scheint Ines Kappert Chantal Mouffes Thesen zu finden. Die Autorin bezeichnet sie immerhin als "eine der wichtigsten Stimmen in der linken Theoriebildung" und folgt ihr aufmerksam bei ihrer Kritik an der planmäßigen "Entpolitisierung des Politischen" durch politische und theoretische Köpfe wie Jürgen Habermas, Anthony Giddens oder Tony Blair. Mouffes Insistieren auf der einer Aussetzung der politischen Frontenbildung folgenden Logik kommt Kappert mitunter zwar etwas redundant vor, als Ganzes gesehen aber scheint ihr dieses Plädoyer eine Lektüre wert zu sein.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner
Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








