Herausgegeben von Nikola Doll, Ruth Heftrig, Olaf Peters und Ulrich Rehm. Auch für das Fach Kunstgeschichte ist die historische Zäsur der Jahre 1933 bis 1945 in Deutschland oft betont und untersucht worden. Doch allein die auffällige Kontinuität der Fachvertreter fordert dazu heraus, den Blick über die zeitlichen Grenzen des Nationalsozialismus hinaus zu lenken. Als Auftakt einer breiten disziplingeschichtlichen Forschung widmet sich der vorliegende Band der Situation der Kunstgeschichte im westlichen Nachkriegsdeutschland. Welche personalen und institutionellen Kontinuitäten oder Diskontinuitäten lassen sich benennen? Wie sahen die wissenschaftspolitischen und fachmethodischen Rahmenbedingungen in der frühen Bundesrepublik aus? Das sind die maßgeblichen Fragen, denen hier eine jüngere Generation von Kunsthistorikern nachgeht. Schwerpunkte der Untersuchung sind zudem die Entwicklung der kunsthistorischen Methoden und Denkmodelle sowie die Deutungen der modernen Kunst. Dabei werden auch Gegenstandsfelder und Methoden aus der Zeit vor 1933 als mögliche Bezugspunkte berücksichtigt. Ein Exkurs erweitert die Perspektive auf die Situation in Ostdeutschland.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2007
Neue Perspektiven liest Andreas Strobl aus den Beiträgen dieses Sammelbandes zu Kontinuitäten und Brüchen in der Kunstgeschichte nach 1945. Zwar weiß Strobl den "Mythos von der Stunde Null" längst überkommen, dankbar indes lässt er sich von den Autoren an konkreten Beispielen analysieren, wie die Fortführung der Ideologie aussah. In den "straff gehaltenen", spürbar auf Vorträgen basierenden Beiträgen stößt Strobl auf vergessene Peinlichkeiten der Kunstgeschichtsschreibung und freut sich im übrigen über die Abwesenheit schon bekannter Debatten.
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