Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Irene Dische

Lieben

Erzählungen

Cover: Lieben

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2006
ISBN-10 3455400124
ISBN-13 9783455400120
Einband unbekannt, 288 Seiten, 19,95 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Da ist ein glücklich verheiratetes Ehepaar, das vorzeitig auseinandergerissen wird, doch im Himmel lebt ihre Beziehung weiter. Dort angekommen ist auch eine alte trauernde Witwe, die ihren verstorbenen Ehemann schmerzlich vermisst und ihr Geld verschenken will, aber von niemandem ernst genommen wird. Im Fegefeuer hingegen schmort die Beziehung eines Paares, das sich gegenseitig zu Tode langweilt und dennoch nichts daran ändert. Und dann gibt es den selbstverliebten Schönling in Gesellschaft gleich mehrerer Frauen: Die Liebelei mit seinem Spiegelbild lässt ihn einsam und allein durch die Hölle irren. All diesen Geschichten liegen wahre Begegnungen und Begebenheiten zugrunde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2007

Pia Reinacher warnt, dass die 25 Kurzgeschichten von Irene Dische, die sich um die verschiedensten Spielarten der Liebe drehen, nicht immer entspannte Lektüre bieten, zu böse, kalt und entlarvend ist der Blick auf die zwischenmenschlichen Abgründe der Autorin. So schlage Dische mit Andeutungen, in denen sich die zumeist katastrophalen Ausgänge der Geschichten ankündigten, die Leser in den Bann und verschaffe den nicht seltenen Genuss, dass hier Missetäter einer gerechten Strafe zutreiben, ohne es zu wissen, vermerkt die Rezensentin. Findet sie auch, dass die Autorin wie mit der den Band eröffnenden Geschichte von "Romeo und Julia" ihre Texte mitunter allzu ambitioniert und dadurch etwas "prätentiös" strickt, kann sie sich dem Sog dieser Kurzgeschichten insgesamt nicht entziehen, und sie bewundert die scharfsinnige und entlarvende Beobachtungsgabe der Autorin.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.03.2007

Von Irene Disches Ideen könnten zehn deutschsprachige Kollegen zehren, meint Ursula März, die Dische als "Einfallsmillionärin" charakterisiert. Alle Figuren des Erzählbandes sind originell, allen gemeinsam ist ein nicht vorhersehbares Schicksal. Das ununterbrochene Bombardement mit Merkwürdigkeiten ermüdet die Rezensentin zwar ein wenig, und sie hätte sich zur Abwechslung auch mal einen normalen Satz ohne sonderliche Überraschungen gewünscht. Insgesamt aber scheint die "coole Kleistianerin" Dische mit ihren "brillanten, leicht asymmetrischen Metaphern" für März eine der besten deutschsprachigen Schriftstellerinnen zu sein, und die Freude am Überfluss wiegt schwerer als der Überdruss.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2007

Gäbe es nicht die erste Erzählung, Christoph Haas würde von Irene Disches Band "Lieben" abraten. Die meisten Geschichten erinnern ihn an die Meldungen aus der Rubrik "Vermischtes": Genialer Pianist verdingt sich als Türsteher, Vater ist so blöd, sich bei einem Ehrenmord erwischen zu lassen und ähnliches. Aber die erste Erzählung ist großartig: Hier stimmem laut Haas nicht nur Plott und Pointe (die der Rezensent leider verrät), sondern auch die Details und die weisen Sprüche. Zitat Dische: Wenn das Schicksal gegen einen ist, kann man sich sogar an Marmelade die Zähne ausbeißen."

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.03.2007

Mit Sympathie bespricht Rezensentin Alexandra Kedves Irene Disches Erzählungsband. Zwar findet sie nicht alle Erzählungen gelungen. Trotzdem erfreut sich die Rezensentin in vielen Erzählungen, die sich mit der Liebe befassen, am typischen Dische-Stil aus humoriger Trockenheit und erkenntnisorientierter Herzlosigkeit. Aus ihrer Sicht sind die Geschichten umso besser, je näher sie die Lebenswirklichkeit der Autorin streifen. Sobald Disches Erzählungen jedoch "übers Eingemachte" hinaus gehen würden, wird es für die Rezensentin gelegentlich zu seicht, und sie mutmaßt, dass die Autorin ihre Stoffe gelegentlich auch aus der "Vermischtes"-Seite ihrer Tageszeitung pickt. Mitunter nämlich scheinen Klischees und Schablonen etwas zu unverblümt in Erscheinung zu treten, was die Rezensentin auch glaubhaft belegen kann. Doch kaum, dass Dische mit ihrem trockenen Ton anderer Leute "Herzerschütterungen" protokolliert, klopft sie wieder an das Herz der Rezensentin. Und wird hereingelassen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren