Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Koreanischen von Young Lie, Katrin Mensing u. Matthias Augustin. Zwei Brüder stehen im Mittelpunkt dieses Romans: Vor vierzig Jahren sind sie aus Nordkorea geflohen, zunächst nach Südkorea, dann in die USA. Nun hat Joseop eine Einreiseerlaubnis für Nordkorea bekommen. Drei Tage vor der Abreise in die Heimat stirbt ganz plötzlich der ältere Bruder Johan. Dieser hatte als Anhänger einer reaktionären Gruppe junger Christen den amerikanischen Besatzern in Nordkorea als Handlanger gedient und brutale Morde vor allem an den Kommunisten, sogar in der eigenen Familie, begangen. Joseop weiß um die Gräueltaten, gesprochen aber wurde kaum darüber. Erst jetzt, da er die noch lebenden Familienangehörigen in seinem Dorf wieder trifft, wird das Tabu gebrochen. Die Geister der Toten erscheinen ihm und die grausamen Morde ereignen sich wie zum zweiten Mal.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2008
Rezensent Steffen Gnam liest den jüngsten Roman des Koreaners Hwang Sok-yongs als Aufarbeitungsprojekt des Bürgerkriegs in seiner Frühphase und Beitrag zur Erinnerungskultur Koreas. Der dokumentarische Anstrich einerseits, der alles andere als objektive Ton des Romans in Szenen mit wiedergehenden Opfern und Tätern, die Gnam dem magischen Realismus eines Gabriel Garcia Marquez zurechnet, andererseits, ergeben für ihn die Distanz, zwischen der Sok-yong die Rahmenhandlung von der Heimkehr eines Exilkoreaners aufspannt. Gnam gewinnt Einblicke in die Identität des koreanischen Volkes sowie in die ideologischen Verblendungen der Gewalt. Das Genre des Heimatromans bedient das Buch laut Gnam nicht ohne Bitterkeit. Eher noch scheint dem Rezensenten der meisterlichen Komposition des Romans der literarische Versuch einer Austreibung der koreanischen Leidensgeschichte innezuwohnen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.03.2007
Einen sehr intensiven und guten Eindruck hat Rezensent Ludger Lütkehaus von diesem südkoreanischen Roman, dessen Autor er als gebranntes Kind der politischen Verhältnisse des geteilten Landes einführt. Diese Verhältnisse sind Lütkehaus zufolge auch in den Roman eingegangen, und zwar inhaltlich ebenso wie formal. Denn um die Zerrissenheit abzubilden, habe Hwang Sok eine polyperspektivische Erzählhaltung gewählt. Erzählt werde die Geschichte zweier Brüder, die als presbyterianische Geistliche aus Südkorea in die USA ausgewandert seien. Einer von ihnen reise im Rahmen eines Programms für Familienzusammenführung aus den USA nach Nordkorea, während der andere Bruder kurz vor der Abreise stirbt. Dabei ist das Christentum keinesfalls ein Sympathiefaktor, wie man ließt, sondern fundamentalistischer Gegenpol zum marxistischen Staatsterror. Auf das importierte Christentum beziehe sich auch der Titel "Gast", der den Informationen des Rezensenten zufolge auf Koreanisch einst die aus dem Westen eingeschleppten Pocken bezeichnete. Den Rezensenten beeindrucken Hwangs drastische Schilderungen des politischen Terrors ebenso, wie seine bitterböse Symbolik. Aber auch die Komposition des Romans, in der Objektivität und Subjektivität nicht via Erzählerstandpunkt getrennt werden, machen sichtlich Eindruck auf ihn.
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