Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem amerikanischen Englisch von Juliane Gräbener-Müller. Armanoush ist 19 Jahre alt, intelligent, schön und unglücklich. Seit der Scheidung ihrer Eltern lebt sie in zwei Welten, die einfach nicht zusammenkommen wollen: Ihre Mutter Rose verwöhnt sie in Arizona mit dem American Way of Life, während die Familie ihres armenischen Vaters in San Francisco ihr die Traditionen der alten Heimat nahebringen will - um so mehr, weil Armanoushs Mutter in zweiter Ehe ausgerechnet mit Mustafa verheiratet ist, einem Türken! Je älter Armanoush wird, desto weniger weiß sie, wer sie wirklich ist: eine amerikanische Armenierin oder eine armenische Amerikanerin? Armanoush entschließt sich zu einer Reise in die Vergangenheit und besucht die türkische Familie ihres Stiefvaters in Istanbul. Und weiß bald nicht mehr, worüber sie sich mehr wundern soll: die herzliche Gastfreundschaft im Haus der Kazancis, die skurrilen Charaktere seiner ausschließlich weiblichen Bewohner oder die völlige Ignoranz gegenüber der türkisch-armenischen Geschichte. Nur das jüngste Mitglied der Familie, die vaterlos aufgewachsene Asya, kann verstehen, warum Armanoush so viele Fragen stellt ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2007
Oberflächlich gesehen dreht sich Elif Shafaks Roman "Der Bastard von Istanbul" um den Völkermord an den Armeniern durch die Türken, weshalb sie auch in der Türkei angeklagt wurde, und von einer inzestuösen Vergewaltigung, erklärt Gustav Falke. Die Autorin bringt die Eigenarten der Armenier und der Türken mit den Chiffren "Selbstmitleid" und "Selbsthass" auf einen Punkt, die dem Rezensenten etwas zu flach vorkommen. Überhaupt wirkt Falke insgesamt unzufrieden: die Familiengeschichte findet er zu verzweigt. Den Vergewaltiger als Produkt einer vom despotischen Vater unterdrückten Mutter, die ihn zu sehr verwöhnt hat, findet der Rezensent gut ausgedacht, aber nicht überzeugend erzählt. Ebenfalls wundern muss er sich über die ungenauen Referenzen an türkische Topografie und Lebensweise, obwohl er der Autorin ihre genaue Kenntnis von Istanbul beispielsweise genau anmerkt. Trotzdem sei der Roman im Innern "türkischer", als die Autorin glaube, meint Falke, der das spezifisch Türkische in den patriarchalen Familienstrukturen und deren Folgen für die Geschlechteridentität der Protagonistinnen sieht, die die in Arizona Gender Studies lehrende Autorin nachzeichnet. Aber offenkundig kann das Buch Falke nicht begeistern, wobei er sich zusätzlich über die holprige Übersetzung und die fehlerhafte Transkription türkischer und armenischer Namen und Wörter geärgert hat.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.08.2007
Einigen Ärger - genauer gesagt eine Anklage wegen "Herabsetzung des Türkentums" - hat sich die Autorin mit diesem Roman eingehandelt, in dessen Zentrum eine alles andere als gewöhnliche türkische Familie steht. Die junge Heldin Asya lebt, Haschisch rauchend, Johnny Cash hörend, in Istanbul, mit einigen durchgeknallten Tanten und einer Mutter, die nicht verrät, wer Asyas Vater ist. Dann kommt aus den USA Armanoush zu Besuch, eine Verwandte, die etwas über ihre armenische Großmutter herausfinden will. Die Verwicklungen, die sich ergeben, schildert die Autorin Elif Shafak im Ton einer Screwballkomödie. Dagegen hat die Rezensentin Antje Korsmeier auch überhaupt nichts einzuwenden, freilich bedauert sie, dass diese Leichtigkeit der Form durch allzu "schwerfälliges" Abarbeiten der Themen konterkariert wird. Dennoch ein Lesevergnügen - es hätte aber wohl größer sein können.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








