Dieser reich bebilderte Band zeigt die künstlerische Entwicklung der Schauspielerinnen Elisabeth Orth und Kirsten Dene, die für unterschiedliche Epochen in der großen Tradition des Wiener Burgtheaters stehen. Während Elisabeth Orth, Tochter des legendären Schauspielerpaares Paula Wessely und Attila Hörbiger, insbesondere ab 1999 große klassische Rollen wie die Königin Elisabeth in Schillers"Maria Stuart"gestaltete, ist die Laufbahn Kirsten Denes eng mit Claus Peymann und Thomas Bernhard verknüpft, der sie sogar in einem Stück verewigte: "Ritter, Dene, Voss". Beiden Schauspielerinnen gemeinsam ist eine unbändige Lust am Spielen, am Erforschen des unerforschlich"weiten Lands", das Seele heißt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2007
Schwärmerisch an diesem Band findet Gerhard Stadelmaier nur den Titel. Das Versprechen eines personenbezogenen, sinnsuchenden Blicks auf das Theater sieht er hier nicht eingelöst, Klaus Völkers Text hält er allerdings dennoch für nützlich. Wenn Stadelmaier von "seriöser Arbeit" und von einem "sachdienlichen" Text spricht, der äußerst zitierfreudig Rollen und Entwicklungen der beiden Burg-Schauspielerinnen schildert, klingt er aber vor allem enttäuscht. So verdienstvoll das Buch ihm auch erscheint, von der Bebilderung bis zum Register, die saubere Abarbeitung zweier Schauspielerinnenbiografien ist sichtlich nicht das, was Stadelmaier bevorzugt. Begeisterung fürs Lebende, findet er, gehört nicht an "tote Quellen" delegiert.
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