Herausgegeben von Michael Epkenhans. Als "Sieger vom Skagerrak" war Admiral Reinhard Scheer (1863-1928) bereits zu Lebzeiten ein Mythos. Straßen und Plätze wurden daher nach ihm benannt, um die Erinnerung an den von ihm erfochtenen "Sieg" der Kaiserlichen Hochseeflotte über die englische "Grand Fleet" wach zu halten. Diese Form der Erinnerung sollte die "Ehre" der Marine wahren und zugleich einem erneuten Anlauf zur Erringung einer bedeutenden Welt- und Seemachtstellung den Weg bereiten. Die Edition erlaubt erstmals einen Einblick in Scheers Denken und Handeln in den letzten Monaten des Krieges, die er als Chef der Seekriegsleitung maßgeblich mitgestaltet hat, wie auch in sein Privatleben. Zusammen mit der Einleitung zeichnet sie zugleich ein differenziertes Bild von den grundlegenden Problemen deutscher Seekriegsführung während des Ersten Weltkrieges.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2007
Eine "hervorragende Edition" sieht der hier rezensierende Historiker Jost Dülffer in diesem von Michael Epkenhans herausgegebenen Band mit Briefen von Admiral Reinhard Scheer an seine Ehefrau aus den letzten Kriegsmonaten 1918. Neben persönlichen Alltagseindrücken findet er in den Briefen auch instruktive Beschreibungen der Lage im kaiserliche Hauptquartier. Deutlich wird für ihn dabei auch die seltsam distanzierte und wenig informierte Haltung des Hauptquartiers zu den Vorgängen in der deutschen Gesellschaft. Lobend erwähnt Dülffer einen dem Band beigefügten Essay Epkenhans' über den Lebensweg Scheers. Das Bild des Admirals bleibt für ihn allerdings auch nach dem neuen Quellenfund eher "blass".
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