Rainer Erices, Jan Schönfelder

Westbesuch

Die geheime DDR-Reise von Helmut Kohl.
Cover: Westbesuch
Bussert und Stadeler Verlag, Jena 2006
ISBN 9783932906756
Broschiert, 111 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Mit 29 Fotos. Herausgegeben im Auftrag des Landesbeauftragten des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Es hätte ein Medienereignis werden können: Erstmals besuchte ein Bundeskanzler privat die DDR. Doch die Reise von Helmut Kohl blieb bis heute weitgehend unbekannt. Die Presse war unerwünscht. Also besuchte der Kanzler 1988 ohne Aufsehen die DDR und gewann gerade dadurch ein ungeschminktes Bild vom Zustand im anderen Teil Deutschlands. Die Journalisten Jan Schönfelder und Rainer Erices haben diese Reise rekonstruiert. Sie sprachen mit Helmut Kohl und Ex-Regierungssprecher Friedhelm Ost über ihre mitunter skurrilen Erlebnisse. Sie machten zahlreiche Zeitzeugen ausfindig, die damals dem Kanzler zufällig begegneten. Außerdem recherchierten sie in Helmut Kohls Stasi-Akten und bislang unbekannten SED-Papieren.
Die Autoren enthüllen ein völlig vergessenes Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte: Die unangekündigten Westbesucher tauchten in den DDR-Alltag ein und erlebten den anderen deutschen Staat von einer Seite, wie ihn Staatsgäste nie erlebt haben. Helmut Kohl bezeichnet die Reise heute als eine der bewegendsten seines Lebens. Für ihn war sie der innere Wegweiser zur deutschen Einheit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.02.2007

Ein "bemerkenswertes Detail deutscher Geschichte" sieht Roman Grafe in Helmut Kohls Privatreise in die DDR 1988, die Jan Schönfelder und Rainer Erices in vorliegendem Buch dokumentieren. Die Schilderung dieser geheim gehaltenen Reise - der Kanzler hoffte, so mehr von der Lebenswirklichkeit der DDR zu erfahren - fällt seines Erachtens "angenehm unaufgeregt" aus. Die Autoren berichteten über den Besuch aus verschiedenen Perspektiven, wobei ein Interview mit Helmut Kohl, Gespräche mit Zeitzeugen sowie Recherchen in SED-Archiven, Volkspolizei- und Stasi-Akten als Quellen dienten. Insgesamt lobt er das Buch als "gut recherchiert" und "spannend" zu lesen. Etwas unnötig scheint ihm allerdings die Überhöhung der Bedeutung dieses Besuchs, die die Autoren am Ende des Buches vornehmen.

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