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zuletzt aktualisiert 19.03.2010, 14.00 Uhr

Bücher der Saison

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Ernst Fraenkel

Nationalsozialismus und Widerstand

Gesammelte Schriften, Band 2

Cover: Nationalsozialismus und Widerstand

Nomos Verlag, Baden-Baden 1999
ISBN-10 3789058262
ISBN-13 9783789058264
Gebunden, 676 Seiten, 70,56 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Alexander von Brünneck. Dieser Band enthält alle Schriften, die Ernst Fraenkel in den 40 Jahren von 1934 bis 1974 zum Thema "Nationalsozialismus und Widerstand" publizierte. Im Mittelpunkt steht eines seiner Hauptwerke, der 1941 auf englisch, 1974 auf deutsch erschienene "Doppelstaat". Erstmals wird in diesem Band der von Fraenkel selbst so bezeichnete "Urdoppelstaat" von 1938 veröffentlicht, der signifikante Unterschiede gegenüber den Buchfassungen von 1941 und 1974 aufweist. In teils engerem, teils weiterem thematischen Zusammenhang mit dem Doppelstaat publizierte Fraenkel zwischen 1934 und 1960 insgesamt 16 Aufsätze, Lexikonartikel, Rezensionen und Zeitungsartikel zum Thema "Nationalsozialismus und Widerstand". Die meisten dieser Arbeiten waren bisher kaum bekannt und schwer zugänglich. Alle diese Arbeiten zeichnen sich durch einen zweifachen Ansatz aus: Sie wollen einen Beitrag zur theoretischen Erfassung der Problematik und zugleich einen praktischen Beitrag zum Kampf gegen das Regime und – später – zur Stabilisierung der Demokratie in Deutschland leisten. In dieser doppelten Zielsetzung sind die Arbeiten Fraenkels bis heute aktuell.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2000

In einer Sammelrezension bespricht Giselher Schmidt drei Bände aus den "Gesammelten Schriften" von Ernst Fraenkel.
1) .Ernst Fraenkel: "Gesammelte Schriften. Bd. 2: Nationalsozialismus und Widerstand" (Nomos)
Schmidt konzentriert sich hier auf zwei bedeutende Texte des Autors: `Der Doppelstaat` und `Urdoppelstaat`, wobei - wie er anmerkt - ersterer "immer noch als eine einmalige wissenschaftliche Analyse des nationalsozialistischen Regimes" gilt. Es geht darin um die Gleichzeitigkeit von `aufrechterhaltenen Gesetzen des vornationalsozialistischen Rechtsstaates` und deren praktische Suspendierung. Fraenkel hat, so Schmidt, eine frühe Fassung dieses Textes bereits 1937 in Brüssel veröffentlichen können, eine überarbeitete Fassung erschien 1940/41 im amerikanischen Exil, und 1974 wurde der Text schließlich auch in Deutschland veröffentlicht. Schmidt weist darauf hin, dass es sich bei der im vorliegenden Band abgedruckten Version um die letztere handelt, während der Aufsatz `Urdoppelstaat` hier zum ersten Mal veröffentlich wird. Schmidt geht in seiner Rezension vor allem auf die Unterschiede in den verschiedenen Versionen ein, wobei ihn besonders Fraenkels Einstellung zum Marxismus und seine Sichtweise auf den totalitären Staat interessiert.
2) .Ernst Fraenkel: "Gesammelte Schriften. Bd. 3: Neuaufbau der Demokratie in Deutschland und Korea" (Nomos)
In diesen Texten deutet sich, wie Schmidt feststellt, ein "Abschied vom Marxismus" an und eine "Anerkennung einer vergleichenden Totalitarismus-Konzeption", wobei der sich der Autor auch mit dem Bolschewismus und dem italienischen Faschismus beschäftigte. Besonders auffällig findet Schmidt, wie sehr sich Fraenkel gegen eine russische Besatzung wandte und welch wichtige Rolle er den verschiedenen Kirchen beim Neuaufbau des Staates zumaß. Auf die Beiträge zum Neuaufbau in Korea geht Schmidt hier nicht näher ein.
3) Ernst Fraenkel: "Gesammelte Schriften. Bd. 4: Amerikastudien" (Nomos)
Wesentlicher Bestandteil dieses Bandes ist das 1960 entstandene "Standardwerk" `Das amerikanische Regierungssystem`, so Schmidt. Hier zeige sich Fraenkels "Konzeption von politischer Wissenschaft als einer (...) Integrationswissenschaft". Schmidt weist darauf hin, dass der Autor die staatliche Ordnung in den USA nicht nur interpretierte, sondern auch verteidigte, obwohl er mit seinen Thesen teilweise auch bei den Amerikaner "aneckte". Summa summarum kann man nach Schmidts Ansicht dem Autor jedoch den Vorwurf machen, zu einer gelegentlichen "`Glorifizierung` der amerikanischen Politik" zu neigen. Dennoch weiß der Rezensent den "Informations- und Bildungswert" dieser Studie durchaus zu schätzen.

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