Bücherschau der Woche
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Anja Utler
brinnen
Klappentext
Wie selbstverständlich sprechen wir von Liebe, Schmerz und Glück, von ich und du, doch unser Erleben ist nie eindeutig. Empfindungen flammen ebenso schnell auf, wie sie wieder erlöschen oder abrupt ineinander umschlagen. Anja Utlers neues Buch "brinnen" fächert dieses fein schattierte Spektrum an Empfindungen auf, wie es der Begegnung von Körper und Welt entspringt. Eine Vielzahl von Gefühlen durchflackert die Texte, die stocken, sich verzweigen und den Leser zum Sprung zwingen: zur Wahl eines eigenen Weges innerhalb der frei vernetzten Gedicht- und Textsplitter, die stets auch andere Möglichkeiten offen halten.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2007
Thomas Poiss preist Anja Utlers jüngsten Lyrikband als Klangwunder an, das man unbedingt "laut lesen" sollte, um es ganz genießen zu können. Wie schon in ihrem Lyrik-Debüt entfalte die Autorin eine "Anthropologie des Ausdrucks", sie spiele mit Rhythmus, Klang und Zeichensetzung, ohne sich jedoch darin zu verlieren, lobt der Rezensent. Semiotik ist in den Gedichten von Utler sehr wichtig und geht über das reine Zitieren, das man bei anderen Lyrikern findet, weit hinaus, so Poiss anerkennend. Wenn man von wenigen abgedroschenen Celan-Reminiszenzen absieht, stellt das ganze Buch eine überaus sorgsam komponierte, dreiteilige Einheit dar, die übrigens auch in der mehrspaltigen Seitengestaltung überzeugt, findet der Rezensent, der allerdings warnt, dass das Buch keineswegs "leicht" zu lesen sei.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.01.2007
"Spannend" fand Rezensent Nicolai Kobus die Auseinandersetzung mit Anja Utlers neuem Lyrikband, wenn auch nicht unbedingt entspannend. Es handelt sich seinem Eindruck zufolge um ein "großes, vielteiliges Liebesgedicht". Doch so ganz zugänglich scheint es nicht zu sein, was man schon der Empfehlung des Rezensenten, ein "etymologisches Wörterbuch in Reichweite" zu haben, entnehmen kann. Trotzdem findet Kobus diesen Band zugänglicher als seinen Vorgänger, mit dem Utler 2003 den Leonce-und-Lena-Preis gewann. Als Leser sei man "Teil der sprachlichen Vorgänge", freut er sich, weil in Utlers Lyrik Subjekt und Sprache fruchtbar miteinander reagieren würden.
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