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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paul Kirchhof

Das Gesetz der Hydra

Gebt den Bürgern ihren Staat zurück!

Cover: Das Gesetz der Hydra

Droemer Knaur Verlag, München 2006
ISBN-10 3426274078
ISBN-13 9783426274071
Gebunden, 386 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Paul Kirchhof fordert die fundamentale Erneuerung unseres Landes. Sein Befund: Starke Interessengruppen haben sich des Landes bemächtigt. Der Staat ist zu einer Hydra verkommen, einem vielköpfigen Ungeheuer, das unser Land fest im Griff hat. Kann es gelingen, den Staat an Haupt und Gliedern zu reformieren? Durch immer mehr Regeln und üppige Geldleistungen sucht der Staat seine Macht zu behaupten. Dadurch wachsen Bürokratie und Resignation, Bürger und Politik werden von einer Schuld von 1,5 Billionen Euro niedergedrückt, zugleich drängen Lobbyisten auf weitere Staatsleistungen und sorgen dafür, dass die Steuern ständig weiter erhöht werden. Leistung wird bestraft, Besitz belohnt, der Bürger zum Opfer des Staates gemacht. Mit dem Blick des Wissenschaftlers beschreibt Paul Kirchhof, wie ein System, das geschaffen wurde, um den Menschen zu dienen, zusehends deformiert wird. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen mit dem innersten Kreis der Macht entwickelt er eine Strategie, wie Politik und Wirtschaft wieder auf ihre Verantwortung für das Wohl des Ganzen verpflichtet werden können.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.04.2007

Nicht gerade viel, was Rezensent "pra" über das Buch und seine Thesen zu sagen hat. Anscheinend hat er sich ganz darauf konzentriert, den amtierenden Finanzminister Peer Steinbrück mit dem "Professor aus Heidelberg" und ehemaligen Verfassungsrichter Paul Kirchhof zu vergleichen und herauszubekommen, wer von beiden der bessere Finanzexperte ist. Kirchhof, der die Steuerentlastung der Unternehmen ablehne, sei es eher nicht, meint "pra", spricht jedoch nicht ohne Respekt von der Schärfe und Radikalität der Kirchhofschen Analysen und Reformvorschläge in Richtung eines starken Staates, der die Bürgerfreiheit gewährleistet.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2007

Paul Kirchhof spricht Arnulf Baring aus der Seele, und so kann der Rezensent dieser Streitschrift gegen die staatliche Hydra nur zustimmen, der immer mehr Köpfe aus Subventionen, Staatsverschuldung, Sozialleistungen wachsen, die dann wiederum immer mehr Steuergelder verschlingen. Auch für Baring gilt es, die "fundamentale Wichtigkeit der Freiheit" und des Privateigentums in Deutschland zu erkennen, Kirchhofs Buch ist für ihn dabei das liberale Manifest, die engagierte Programmschrift einer selbstbewussten Bürgergesellschaft. Völlig überzeugend findet er Kirchhofs Forderung, dass die Bürger immer nur weniger als die Hälfte ihres Einkommens an Steuern zahlen dürften, wie er mit Friedrich II. erklärt: "Hirten scherten ihre Schafe, habe der König geschrieben, aber sie zögen ihnen ihnen nicht das Fell ab." Einzig an dem Untertitel "Gebt den Bürgern ihren Staat zurück" stört sich Baring: Wer sollte dies denn bitte tun? "Niemand hat uns etwas zurückzugeben!", ruft der Rezensent. Wir müssen die Dinge selbst in die Hand nehmen.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.01.2007

Mit einiger Verve verreißt Rezensent Achim Truger das Buch von Angela Merkels einstigem Steuerberater, das er als eine "einzige Zumutung" empfand. Aus seiner Sicht knüpft es nämlich ziemlich nahtlos an den Unsinn an, mit dem Paul Kirchhof dem Rezensenten schon 2005 im Wahlkampfteam negativ aufgefallen ist. Und zwar nicht nur mit inhaltlichen und fachlichen Dubiositäten zur Reform des deutschen Steuersystems, sondern auch mit "Pathos und markigen Sprüchen". Damit also setze Kirchhof nun seine "öffentliche Selbstdemontage" fort, lesen wir, und Truger begründet seine Kritik an ein paar Kirchhof-Thesen, um schließlich zum finalen Schlag auszuholen: das Buch sei nämlich zu allem Überfluss auch noch "sterbenslangweilig" und schlecht geschrieben, kurz: eine Qual.

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