Der Figur des"politischen Professors" wird in der deutschen Geschichte großer Einfluss zugeschrieben. Wie brachten diese Gelehrten ihre wissenschaftliche Autorität in die politische Streitkultur ein? Wie beherrschten sie die Doppelrolle des wissenschaftlichen Spezialisten und des kritischen Intellektuellen? Gangolf Hübinger verbindet Intellektuellengeschichte mit Wissenschaftsgeschichte und demonstriert den beständigen Wechsel der Gelehrten-Intellektuellen zwischen Universitätskatheder, Zeitungsredaktion und politischer Rednertribüne. Vom Vormärz bis in die intellektuelle Gründungsgeschichte der Bundesrepublik hinein wird der spezifische Beitrag deutlich, den die Gelehrten-Intellektuellen zur Bindung politischer Ordnungen an historische Orientierungen und kulturelle Werte geleistet haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.01.2007
"Wer künftig über Intellektuelle in Deutschland reden" wolle, werde an diesem Band nicht mehr vorbeikommen, lobt Rezensent Tim B. Müller diese Studien, deren Autor bei ihm besonders als "Verführer zur Intellektuellengeschichte" punkten kann. Doch der Band besticht den Rezensenten nicht nur durch die Analyse des "Phänomens" des Intektuellen und die, seine Entstehung und Entwicklung begünstigende Institutionen und Kommunikationsnetze, sondern auch mit Einzelstudien. So habe keine "noch so monumentale" Max-Weber-Biografie diesen Denker je so konsequent als Intellektuellen begriffen und in diesem Zusammenhang auch sein Werk als Reflexion über den Intellektuellen" gelesen, wie Gangolf Hübinger nun. Dessen "biografische und problemgeschichtliche Studien" würden mit einer Skizze von Georg Gottfried Gervinus eröffnet, führten über Theodor Mommsen, den "ersten großen Intellektuellen" Deutschlands, der sogar Vorbild Emile Zolas gewesen sei und lieferten insgesamt eine Geschichte über die Entstehung des modernen Intellektuellen, und zwar verknüpft mit dem "Strukturwandel der Öffentlichkeit" und der "Krise des Historismus".
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…