Aus dem Französischen von Otto Honke. Heute darf jeder malen, was ihm gefällt. Lea malt eine große, helle Sonne und Paul seine neuen Basketballschuhe, die sehen aus wie ein roter Autobus.Angela geht herum und schaut sich alle Bilder aufmerksam an. O mein Gott, Tom!!!, ruft sie, als sie Toms Bild sieht. Die Leiterin wird geholt, und Toms Mutter wird benachrichtigt. Aufgeregt und mit zunehmender Sorge betrachten alle Toms Bild. Er darf sogar früher mit Mama nach Hause gehen. Papa kommt früher von der Arbeit, Oma ist da und auch der Doktor kommt. Es ist ein bisschen wie Geburtstag, findet Tom. Nur stehen heute alle um Toms Bild statt um den Kuchen herum. Mit hintergründigem Humor erzählt Isabel Pin eine Geschichte von der Leichtigkeit und Unbefangenheit kindlicher Kreativität. Die Erwachsenen, die alles Tun ihrer Kinder ängstlich beobachten und mit großer Bedeutungsschwere versehen, erscheinen daneben ziemlich komisch!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2007
Dem Rezensenten Freddy Langer gefällt dieses Buch von Isabel Pin, das seiner Meinung nach nicht nur schön erzählt, sondern auch "rührend gemalt" ist. Zwar findet er die Pointe, die sich auf den Maler Kasimir Malewitsch und sein schwarzes Dreieck bezieht, ein bisschen "arg dürftig". Doch abgesehen davon gefallen dem Rezensenten die Bezüge auf Kunstgeschichtliches, die Pin in ihrem Buch untergebracht hat. Als aufmerksamer Leser kann man in den Batman-Figuren die Pop-Art und in einer Blumenvase samt Buntstiften Spuren von David Hockney finden, teilt Langer mit. Und das Chaos, dass der kleine Tom mit seinem schwarzen, selbst gemalten Dreieck auslöst, findet Langer auch sehr unterhaltsam: "ein niedliches Durcheinander".
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