Bücherschau der Woche
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Donald Davidson
Probleme der Rationalität
Klappentext
Aus dem Englischen von Joachim Schulte. Seit den frühen 1960er Jahren bis zu seinem Tod im Sommer 2003 war Donald Davidson der wohl einflussreichste Philosoph englischer Sprache. Mit "Probleme der Rationalität" liegt nun der vierte Band seiner philosophischen Schriften in deutscher Übersetzung vor und mit ihm eine weitere Etappe auf Davidsons Weg zu "einer einheitlichen Theorie des Denkens, der Bedeutung und des Handelns". Der so betitelte Aufsatz bildet zugleich das programmatische Epizentrum dieses Bandes. Rationalität, so Davidsons Generalthese, ist dabei eine notwendige Bedingung, um das Denken, Sprechen und Handeln anderer interpretieren, d. h. verstehen zu können, und sie spielt eine tragende Rolle bei der Frage, welchen Wesen wir überhaupt einen Geist zusprechen können. In weiteren Abhandlungen wendet Davidson diese These etwa auf die Frage nach der Objektivität der Werte an, fragt sich, ob es eine "Wissenschaft der Rationalität" geben könne, und liefert eine scharfsinnige Analyse von "Turings Test". Den Abschluss bilden die berühmten Aufsätze über Irrationalität. Der Band, den der Autor nicht mehr selbst zum Abschluss bringen konnte, wird von seiner Frau Marcia Cavell eingeleitet und schließt mit einem Interview, das Ernie Lepore mit Donald Davidson über dessen Leben und Werk geführt hat.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.01.2007
Hocherfreut zeigt sich Michael Hampe über diesen Band mit nachgelassenen Aufsätzen von Donald Davidson, mit dem das Werk des 2003 verstorbenen Philosophen vollständig in der "brillanten" Übersetzung Joachim Schultes auf Deutsch vorliegt. Die Essays des Bands, in denen sich Davidson seiner Theorie des menschlichen Handelns, Erkennens, Wollens und Wünschens, der Vernunft und der Unvernunft widmet, bezeugen für Hampe eine erstaunliche theoretische Kohärenz. Ausführlich berichtet er über Davidsons Theorie des Verstehens, geht auf seine Theorie eines sozial vermittelten Weltbezugs ein und schildert seine Begründung der Objektivität von Werturteilen. Außerdem hebt er Ernie Lepores im Band abgedrucktes Gespräch mit Davidson hervor, das Aufschluss gibt über den Werdegang des Philosophen, die Entstehung seines Werks und auch über seine minuziöse Arbeitsweise. Abschließend würdigt Hampe den Philosophen als einen "ganz großen Geist", der außerhalb der akademischen Welt leider immer noch viel zu wenig bekannt ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2006
Von Grund auf ging der Philosoph Donald Davidson die wichtigen Fragen der Philosophie noch einmal an. Die Überlegungen runden sich zu einer komplexen Sprachphilosophie, die unter anderem darauf zielt, den "Wahrheitsgehalt" von Äußerungen empirisch messbar zu bestimmen. Das eine große Werk hat Davidson nicht verfasst, man muss sich an einzelne Aufsätze halten, die sich aber recht konsequent, so der Rezensent Andreas Platthaus, zu einem System zusammenschließen. Allerdings hat sich Davidson, und sei es der Prägnanz der Beispiele wegen, aufs Gebiet der Anschaulichkeit begeben: So findet sich in diesem Band auch ein Aufsatz, der sich mit dem "Ulysses" sowie mit "Madame Bovary" beschäftigt, und zwar im Hinblick auf "Strukturen des Selbstbetrugs". Platthaus stellt in seiner Besprechung einige der entscheidenden Züge der Davidsonschen Philosophie heraus, verschweigt nicht, dass "Zugänglichkeit" gewiss nicht der vordringlichste Ehrgeiz dieses Denkers gewesen ist und resümiert doch, dass Davidson "weiter gedacht hat, als andere jemals gewagt haben."
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







