Lothar Späth zählt zu den ungewöhnlichsten und wandlungsfähigsten Persönlichkeiten der Bundesrepublik: Erst Kommunalbeamter, dann global denkender Landespolitiker und Ministerpräsident, fortschrittsorientierter Ordnungspolitiker, Kulturmäzen, ruheloser "Türöffner", Manager, Bildungsförderer, Kolumnenschreiber, Talkmaster und Professor für Medien und Zeitdiagnostik. Die Schilderung dieser "Patchworkkarriere" erweist sich als ein spannendes Zeitdokument der innerdeutschen Entwicklungen und als Porträt einer charismatischen Persönlichkeit, die stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2006
Eine "Lichtgestalt" muss es da irgendwie gegeben haben im zwanzigsten Jahrhundert, reibt sich Rezensent Dirk Klose die Augen, sofern man Marlis Prinzings Biografie für bare Münze nimmt. Mit Kritik werde hier nämlich gegeizt, oder die Autorin zitiere sie lediglich, ohne sie weiter einzuordnen. Am besten gefallen haben dem Rezensenten die Kapitel zu Lothar Späth als Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Denn hier kommen die wohl zu Recht gelobten Eigenschaften Späths wie Ausdauer und Originalität am deutlichsten zum Zuge. Die Autorin, lobt der Rezensent, habe unendlich viele Interviews geführt, die der Darstellung manchmal gut bekommen, manchmal aber auch ins Uferlose führten. Das Buch endet dem Rezensenten zufolge "anrührend" mit Stimmen von Künstlern, die Lothar Späth gefördert und auch beeindruckt hat.
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