Bücherschau der Woche
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Klappentext
3 CDs, Laufzeit 225 Minuten. Gelesen von Gert Heidenreich. Mit Musik von Charlie Parker, Charlie Mariano: Saxophon. Dieter Ilg: Kontrabass. "Der Verfolger", so heißt Julio Cortazars meisterhafte Erzählung "In memoriam Charlie Parker", in der ein Musikkritiker Leben und Ansichten des Saxofonisten Johnny Carter, der in seiner Kunst ein rücksichtsloser "Verfolger" des Absoluten ist, mit zweifelnder Bewunderung zu schildern versucht. Cortazar beschreibt symbolisch die letzten Monate des genialen Musikers Charlie Parker.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2007
Die Figur des Johnny Carter, des Helden von Julio Cortazars Erzählung, ist inspiriert durch den großen Jazz-Musiker Charlie Parker, der kurz vor der Entstehung und Veröffentlichung des Textes im Jahr 1958 gestorben war. Gezeichnet wird das Bild einer im Alltag an Drogenmissbrauch scheiternden Existenz, die als Musiker ein Genie ist. Was aber die besondere Pointe dieser Erzählung ausmache und verhindere, dass sie zur Erzählung vom tragischen Helden wird, ist, so der Rezensent Florian Borchmeyer, der denkbar unsympathische Ich-Erzähler Bruno, ein Snob, der eine erfolgreiche Johnny-Carter-Biografie geschrieben hat. So kommt Ironie ins Spiel, ja, stellenweise werde die Erzählung zur "Karikatur einer bürgerlichen Musikkritik". Die Klasse des Vorlesers Gerd Heidenreich zeigt sich, so Borchmeyer, gerade darin, wie er diese unterschiedlichen Valenzen des Textes ohne Übertreibung in die eine oder andere Richtung vorträgt. Perfekt ergänzt werde das Hörbuch durch die Aufnahmen des Saxophonisten Charles Mariano (mit dem Kontrabassisten Dieter Ilg), der selbst noch mit Charlie Parker aufgetreten ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.11.2006
Auf Gert Heidenreich, der alle Personen von Julio Cortazars Roman "Der Verfolger" selbst spricht, ruht diese Hörspielproduktion. Und sie ruht gut, wie Christoph Schmaus versichert. Heidenreich bleibt souverän, erhebt nie die Stimme, "verrät niemals die Coolness des Jazz" und verschafft dem Rezensenten damit ein Hörerlebnis wie "aus einem Guss". Selbst in langen Dialogen mit mehreren Beteiligten gerate Heidenreich nie aus dem Tritt. Dass die Musik auf einer eigenen CD kommt, hält Schmaus für die richtige Entscheidung. Ihn beschäftigt jedenfalls die Geschichte auch noch, wenn er nur die Musik hört.
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