Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Als ebenso eigenwillige wie beeindruckende Autobiografie in Bildern könnte man dieses Buch der amerikanischen Fotografin Annie Leibovitz bezeichnen. "A Photographer's Life" ist zu gleichen Teilen Familienalbum, Werkschau und persönliches Tagebuch der letzten fünfzehn Jahre. Fotos aus ihrem Privatleben und professionelle Arbeiten - insgesamt 300 teils farbige, teils schwarzweiße Aufnahmen, durchsetzt mit Kontaktbögen - fügen sich nahtlos zu einer Chronik der Ereignisse, der offiziellen Aufträge und privaten Erlebnisse. Der langjährigen Beziehung mit Susan Sontag, die 2004 an Krebs starb, setzt Leibovitz hier ein einzigartiges Denkmal mit Bildern von gemeinsamen Reisen nach Sarajewo, Venedig, Berlin, Kyoto oder Kairo, von Treffen mit Freunden, vom Abschied. Ihren Eltern und der von Jahr zu Jahr wachsenden Verwandtschaft sind wunderbare Sequenzen von Familienfesten und Ausflügen ans Meer gewidmet. Bewegende Bilder vom Tod des Vaters stehen Aufnahmen von der Geburt ihrer drei Töchter gegenüber. Und unvermittelt sieht man sich immer wieder mit Prominenz konfrontiert, die Annie Leibovitz so unnachahmlich ins Bild zu setzen versteht: Bill Clinton im Oval Office, George W. Bush und seine Crew - das offizielle Gruppenportrait -, Nelson Mandela in Soweto, die hochschwangere Demi Moore, Jack Nicholson am Mulholland Drive, William Burroughs in Kansas, Agnes Martin in Taos, New Mexico ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.02.2007
Bei Annie Leibovitz sehen selbst die Stars wie Menschen aus, lautet Peter Michalziks ultimatives Lob für die Fotografin. Darin ist auch das Leitmotiv seiner Beobachtungen enthalten: "Würde und Glanz" verleihe Leibowitz ihren so ganz verschiedenen Sujets. Seien es die Regierungsfotos und insbesondere Hillary Clinton als "glamouröse" Präsidentengattin, oder die Schwarz-Weiß-Aufnahmen von ihrer Lebensgefährtin Susan Sontag. Michalzik interpretiert diesen Glamour-Effekt als "Spiel" zwischen der Darstellung von nacktem Leben und dem "Schein des Überzeitlichen". Ein Spiel, das gleichwohl die ganze "Wut" und auch "Schamlosigkeit" der Fotografin transportiere. Besonders die ausnahmsweise in Farbe gehaltenen Aufnahmen von Susan Sontag werden vom Rezensenten erwähnt, aber auch Aufnahmen von der Geburt ihrer Tochter verletzten übliche Schamgrenzen, ohne jedoch im Geringsten skandalisieren zu wollen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.12.2006
Daniel Schreiber lernt die große Fotografin Annie Leibovitz erst durch diesen Band richtig zu schätzen. Die makellosen Fotografien der Reichen und Schönen in ihrem Glanz, für die Leibovitz berühmt ist, hat er jedenfalls satt. Die emotionale Kraft der intimeren Abzüge jedoch haut ihn um. Vor allem die Schwarzweiß-Porträts der langjährigen Leibovitz-Freundin Susan Sontag haben es ihm angetan. Nicht nur machen ihm diese "Produkte eines kompliziert liebenden Blicks" die Theatralik und "autoritative Ästhetik" von Leibovitz' Star-Fotografie bewusst, die fotografische Begleitung von Sontags Krankheit und Tod heben für ihn die popkulturelle Ikonografie auf eine andere Ebene.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.11.2006
Dieses Buch sei eine "komponierte Totenklage" und zugleich "eine Feier des Lebens", schreibt eine zutiefst ergriffene, bewegte und begeisterte Rezensentin Susanne Mayer über Annie Leibovitz? Fotoerzählung ihres Lebens. Beim Ansehen der intensiven Fotos scheint sich auch die Frage der Rezensentin zu beantworten: "Wie ermittelt man die Essenz von Leben?" Im Zentrum sieht die Rezensentin den Tod der Leibovitz-Freundin Susan Sonntag. Besonders die Bilder ihres Sterbens loten aus Sicht der Rezensentin Fragen der Würde mit einer Tiefe aus, vor der ihrer Prognose nach vielen schwindeln wird. Hervorgegangen sei das Buch aus einer Broschüre mit Fotos aus dem gemeinsamen Leben zu Susan Sonntags Trauerfeier und sei dann, angereichert von Fotos des "vielköpfigen Leibovitz-Clans" und Hochglanz-Starporträts von Prominenten zu einem dreihundert Bilder zählenden Band angewachsen. Studien von Leben und Altern stünden hier neben den glatten Oberflächen "professionell arrangierter" Glücksillusionen. Bilder des Todes neben denen blühenden Lebens.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.11.2006
Der Band "A Photographer's Life 1990-2005" der Starfotografin Annie Leibovitz hat Willi Winkler tief beeindruckt. Das Werk scheint ihm für Leibovitz ziemlich ungewöhnlich, finden sich darin doch kaum noch ihre typischen Hochglanz-Arbeiten für Zeitschriften wie den Rolling Stone, die Vogue oder Vanity Fair, die ihren Ruhm begründeten. Winkler führt dies auf ihre Beziehung zur Schriftstellerin Susan Sontag zurück, die sie ermuntert habe, bessere, wahre Bilder zu machen. So gesehen, erscheint ihm das Werk auch als "Bildungsroman" und "Liebesgeschichte". Die "wunderbar unordentlichen", gleichwohl stilisierten und überaus eindringlichen Aufnahmen von Landschaften, von Leibovitz' weit verzweigter Familie und ihrer Freundin Susan Sontag haben Winkler besonders gefallen. Besonders bewegend und von großer Kunstfertigkeit sind für ihn schließlich die Porträts der an Krebs erkrankten, sterbenden Sontag.
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