Die Elbe-Jahrtausendflut und der Untergang von New Orleans waren nur erste Vorboten: Die Welt läuft sehenden Auges in die Klimakatastrophe, verbunden mit existentiellen Gefahren für uns und unsere Kinder. Der Schlüssel zur Klimarettung ist Klimagerechtigkeit. "Kyoto PLUS" bedeutet eine neue Weltklimapolitik auf der Basis eines marktwirtschaftlichen Systems. So bewahren wir unsere Erde vor den Klimagefahren. Die Welt sitzt in einer doppelten Falle - in einer Treibhausfalle und in einer Politikfalle. Das Kyoto-Protokoll reicht gerade einmal für 5 Prozent von dem, was für eine wirksame Klimawende erforderlich ist. Deshalb brauchen wir dringend eine grundlegende Revision der Weltklimapolitik. Die Autoren legen mit dem Projekt "Kyoto PLUS" dafür ein innovatives und realistisches Konzept vor. Der Schlüssel von "Kyoto PLUS" ist die Verknüpfung von Klimagerechtigkeit mit einem marktwirtschaftlichen Anreizsystem. Entsprechend dem demokratischen Prinzip One man - one vote erhält jeder Mensch gleiche Nutzungsrechte an der Atmosphäre. Das schafft Gerechtigkeit und gleichzeitig Wettbewerbsneutralität. Mit Kyoto PLUS kann die Welt vor den schlimmsten Klimagefahren bewahrt werden. Außerdem führt es zu einem dauerhaft sicheren und klimafreundlichen Energieversorgungs- und -erzeugungssystem: Die erneuerbaren Energien Wind, Wasser, Sonne und Biomasse erleben ebenso wie saubere, d.h. CO2-freie Kohlekraftwerke ihren weltweiten Durchbruch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.11.2006
Als "großen, utopisch anmutenden Wurf" würdigt Wolfgang Roth den Entwurf für einen wirksameren globalen Klimaschutz, den Lutz Wicke, Peter Spiegel und Inga Wicke-Thüs in diesem Buch vorlegen. Dem utopischen Touch zum Trotz scheint er überzeugt vom Plan der Autoren, das im Jahr 2012 auslaufende und ohnehin nur einen Teil der Staaten einbindende Kyoto-Protokoll durch ein globales Handelssystem mit Zertifikaten zum Ausstoß der Treibhausgase zu ersetzen, um die zunehmende Erderwärmung zu stoppen. Roth findet diesen Ansatz nicht nur gerecht sondern auch gut durchgerechnet. Störend wirken für ihn nur die Wiederholungen einiger Passagen. Ansonsten bietet der Band seines Erachtens eine - wenn auch nicht immer leichte - anregende Lektüre.
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